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„Gezeichnete Stadt“: Subjektive Topografie – der Hermannplatz In der neuen Ausstellung der Berlinischen Galerie ist eine phantastische Vielfalt an Berlin­Bildern seit 1945 zu sehen. Wir sehen doppelt: Erst  besuchen wir die gezeichneten Orte im Hier und Heute und dann schauen wir uns an, wie die Künstler die Orte gesehen haben. Begeben Sie sich auf spannende Wahrnehmungsreisen, die Ihren eigenen Blick auf Berlin schärfen. Die zweistündigen Programme umfassen die Führung in der Stadt und zu den betreffenden Bildern in der Ausstellung sowie den Eintritt. Anschließend können Sie weiter in der Berlinischen Galerie verweilen. Ein Programm in Zusammenarbeit mit der Berlinischen Galerie: Gezeichnete Stadt. Arbeiten auf Papier 1945 bis heute (14.8.20-4.1.21)  
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Die Stadt als Beute

Ein Film von Andreas Wilcke

Es knistert im Gebälk. Menschen kommen von überall her nach Berlin, einige mit Geld, um sich eine Eigentumswohnung zu kaufen. Berlin ist hip und preiswert – noch. Seit Jahren zeigt sich, dass dabei Menschen besonders in angesagten Kiezen auf der Strecke bleiben, weil sie sich die steigende Miete nicht mehr leisten und schon gar nicht die Wohnung kaufen können. Hinter dem Verdrängungsprozess stehen massive Verwertungsinteressen, die Andreas Wilcke in seinem neuen Film „Stadt als Beute“ eindrucksvoll und verstörend ins Bild setzt.

Es sind nicht nur die bekannten Bilder von Abriss und Neubau oder Luxussanierungen von Altbauten. Hier kommen alle Beteiligten zu Wort: etwa Immobilienmakler und Wohnungseigentümer, die unverblümt über das Potenzial von Mieterhöhungen und Strategien der Entmietung reden, Kaufinteressenten, für die das Angebot im Vergleich zu London sehr billig ist, Politiker, die in entwaffnender Deutlichkeit ihre Hilflosigkeit zu erkennen geben. Eine Mieterin, die sich das alles nicht gefallen lassen will, erlebt, wie ihre Fenster im Bad und in der Küche einfach zugemauert werden. Eine andere kämpft gegen immer neue Wasserschäden, weil die Wohnungen über und unter ihr saniert werden und die Belastungen als zumutbarer Kollateralschaden durchgehen.

Das schwerfällige Wort Gentrifizierung macht die Runde und ist schon gut in die deutsche Sprache integriert. Es ist negativ besetzt. Umso interessanter ist, wie eine Vertreterin von Immobilieneigentümern diesen Begriff positiv sieht, denn es sei ja ein Prozess, der in vielen Großstädten ganz normal sei und die Stadt im Guten verändere.

Andreas Wilcke hat einen aufrüttelnden Film gedreht. Er zeigt etwas, was wir alle schon wissen oder ahnen. Aber die Dichte, Prägnanz der Bilder und die Offenheit in den Statements verschlägt einem dann doch den Atem. Man sitzt dann nicht mehr ganz so bequem im Kinosessel und fragt sich, wie geht es weiter in Berlin und wann ist meine Wohnung dran? Ist das dann irgendwann noch meine Stadt?

Der Film dokumentiert die Entwicklung der letzten vier Jahre und gibt selbstverständlich keine Antworten auf die Frage, was zu tun sei. Auf der Filmvorstellung am vergangenen Montag in der Urania wurde im Beisein von Andreas Wilcke mit Vertretern aus Politik und Wissenschaft über Handlungsmöglichkeiten diskutiert, um zu gewährleisten, dass es zukünftig noch bezahlbaren Wohnraum für alle gibt. Dabei wurde auf eine Untersuchung hingewiesen, dass in der Vergangenheit Hausbesetzungen für die günstigsten Mieten gesorgt hätten. Der Hinweis kam übrigens nicht von einem ehemaligen Hausbesetzer, sondern einem durchaus selbstkritischen Immobilienmakler.

Prädikat: Sehenswert für jeden StattReiser!

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