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Südseeträume: Die Pfaueninsel NEU! Einst vom Großen Kurfürsten an Alchemisten Johannes Kunckel im 17. Jahrhundert für dessen geheimnisvollen Experimente verschenkt, wurde die Pfaueninsel 100 Jahre später geheimer Treffpunkt für die ungewöhnliche Liebesbeziehung zwischen dem zukünftigen Thronnachfolger Friedrich des Großen, Kronprinz Friedrich Wilhelm und dessen bürgerliche Geliebte, Wilhelmine Enke aus Potsdam. Das ungleiche Paar ließ nach englischen und französischen Vorbildern das Lustschlösschen und die Meierei im pittoresken Ruinenstil errichten, hinzu kamen Reminiszenzen an das antike Rom. Die landwirtschaftliche Prägung erhielt das Eiland schließlich unter Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III. Zur Exotik der noch heute farbenfrohen Bepflanzung passte die Ansiedlung von Pfauen und anderer Tiere aus fernen Ländern. Landschaftsgarten und Pfauen sind noch heute Teil dieses besonderen UNESCO-Welterbes.  Hinweis: Tickets für die Fähre müssen individuell vorab online gebucht werden (empfohlen) oder vor Ort erworben werden. Im Anschluss besteht am Nachmittag die Möglichkeit zum individuellen Besuch des Schlosses (hierfür müssen vorab Eintrittskarten erworben, das Fährticket ist dann schon inkludiert). Der Termin am 13. Juni ist leider bereits ausgebucht. Aber es gibt gleich einen Zusatztermin am Tag darauf um 14 Uhr!  
[StattReisen Berlin Tour] Berlin verkehrsberuhigt!  
Berlin verkehrsberuhigt! Wer mit StattReisen unterwegs ist, bewegt sich in der Stadt umwelt- und sozialverträglich: zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die "Verkehrswende" ist für uns Programm, und zwar schon seit unserer Gründung 1983.Deshalb engagieren wir uns jetzt auch für das Berliner Volksbegehren zur Verkehrsberuhigung.   Diese Initiative will in einem Volksentscheid durchsetzen, dass der Bereich innerhalb des S-Bahnrings stark autoverkehrsreduziert wird. Dafür hat sie einen Gesetzentwurf vorbereitet, der bei der Abgeordnetenhauswahl im September 2026 zur Abstimmung gebracht werden soll. Zweck dieses Gesetzes ist es, eine flächengerechte, gesunde, sichere, lebenswerte sowie klima- und umweltfreundliche Nutzung der öffentlichen Straßen in Berlin zu ermöglichen. Damit es soweit kommen kann, sind bis Anfang Mai mindestens 170 000 Unterschriften von Berliner:innen ab 16 Jahren notwendig, die das Anliegen teilen.Wenn Sie auch dazu gehören, bitten wir Sie um Ihre Unterschrift! Sie können die Liste von der website herunterladen. Dort finden Sie auch weitere Informationen und den Text des Gesetzentwurfs.  

Paternoster fahren

Meine Leidenschaft im Haus des Rundfunks

Als ich nach meinem Lieblingsplatz gefragt wurde, war meine Gegenfrage: drinnen oder draußen?
Draußen kann ich X-Lieblingsplätze aufzählen, die beiden kleinen indischen Tempel auf dem Hinterhof gleich nebenan zum Beispiel oder der verwunschene Park zwischen Luisen- und Friedrichstraße oder die Gestaltung des Zwischengeschosses im U-Bahnhof Klosterstraße, der fast genauso aussieht wie das berühmte Ischtar-Tor im Berliner Pergamon-Museum.
Ganz oben auf der Liste der „Drinnen-Lieblingsplätze“ steht ein technisches Denkmal: Die Paternoster im Haus des Rundfunks. Davon gibt es im alten Funkhaus an der Masurenallee übrigens zwei.

Ein kleines Wunderwerk an Ketten

1931, als das Haus des Rundfunks mit den berühmten Worten: „Das Schiff ist klar zur Fahrt“ eröffnet wurde, gingen auch die Paternoster in Betrieb. Eigentlich heißen sie Personen-Umlaufaufzüge, schlichte Holzkabinen, die auf der einen Seite hoch, auf der anderen Seite runter fahren, ohne anzuhalten. Wie sie funktionieren, ist einfach zu erklären: die Kabinen sind an Ketten hängend befestigt. Oben und unten, im Dach- und im Kellergeschoss, werden sie über große Scheiben in den anderen Aufzugsschacht umgesetzt.
Nur zwei Personen pro Kabine, die Fahrt durch den Keller und Bodenbereich ist ungefährlich – liest man auf dem Messingschild. Manchmal fahren wir zu dritt, manchmal steigen wir nicht aus. Schummrig wird es oben und unten, bitte treten sie zurück. Es ruckt und knackt und wackelt.
Wie einsteigen in den Paternoster? Ich sage nur: abwarten bis die Holzkabine 5 Zentimeter über dem Fußboden ist und dann rein mit Schwung. Wieder ruckt und knackt und wackelt es. Raus geht es genauso, nur eben andersherum.

„Vater unser“ bis in den 4. Stock

Ich fahre Paternoster, das klingt besser als: ich fahre mit dem Personen-Umlaufaufzug. Das haben sich die Erfinder der fahrenden Holzkabinen sicher auch gedacht, obwohl die Geschichte warum der Paternoster so heißt wie er heißt, einiges mit der katholischen Kirche zu tun hat, nämlich mit dem Rosenkranz beten. Auf zehn kleinere Kugeln für die Ave Marias folgen eine für das Vaterunser – lateinisch Paternoster. „Paternosterschnur“ hat man den Rosenkranz auch mal genannt und darüber hinaus nennt man die elfte Kugel, entsprechend dem dazugehörigen Gebet: Paternoster.
Personen-Umlaufaufzüge = Rosenkranz = Amen.

Ein Bau der Klassischen Moderne

Das Haus des Rundfunks wurde 1958 – 27 Jahre nach seiner Einweihung – in die Liste der Baudenkmäler Berlins aufgenommen. Mit gutem Grund. Der Gebäudekomplex war zur Zeit seiner Erbauung ein Meilenstein in der Geschichte der Rundfunkhäuser. In seiner Größe und Funktionalität war und ist es übrigens einzigartig in Europa.
Entworfen hat es ein Vertreter der Klassischen Moderne, der Architekt Hans Poelzig. Er wollte „einen Kontrapunkt zu der Uneinheitlichkeit und Zerrissenheit der gesamten Umgebung setzen“ – zum benachbarten Neu-Westend und seinen herrschaftlichen Villen. Der Funkturm stand schon, als die Bauarbeiten an der Masurenallee begannen.
Poelzigs Idee: drei Sendesäle wurden in der Gebäudemitte platziert, vom Straßenlärm abgeschirmt durch die umliegenden Bürotrakte und Produktionsstudios. Ideale Bedingungen für die Radiomacher herrschten schon damals 1931.
156 Meter lang ist die Hauptfront des Funkhauses. Zwei Flügel schwingen leicht nach hinten, bilden ein stumpfes Dreieck und von oben betrachtet sieht das Haus des Rundfunks tatsächlich aus wie der Bug eines Schiffes.

Paternoster fahren – eine Leidenschaft

Ich bin Urberlinerin, bin in Berlin-Charlottenburg aufgewachsen, gleich hinter dem Funkhaus des Senders Freies Berlin, dem heutigen Rundfunk Berlin-Brandenburg, habe beim Paternosterfahren in frühester Kindheit den Wunsch gehabt „einmal zum Radio zu gehen“ und nach einigen beruflichen Umwegen auch das Ziel erreicht „im Radio zu sein“, um über Kunst, Bücher, Filme – also über Kultur – zu reden.
Ganz ehrlich, die Paternoster im Haus des Rundfunks sind wahre Kreativ-Orte. Ziemlich gute Ideen bekommt man zwischen Keller- und Obergeschoß.
Einmal rum, ohne anhalten.

Marianne Mielke

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