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Berlin in Bildern  
Aufgeschnappt – Berlin in Bildern   Kennen Sie Moabit? Wirklich? Tanzen Sie doch mit Simonetta Paltrinieri durch Moabit und entdecken Unbeachtetes und Ungesehenes jenseits des Straßenpflasters in diesem bunten Berliner Stadtteil. Moabit, Moabunt, Moamunter – kommen Sie froh gesinnt in den Mai. Zum Film  
Stadtführungen  
Über 80 verschiedene Stadtführungen durch Berlin zu Leben, Geschichte, Stadtentwicklung und Literatur.  
StattReisen im Film  
StattReisen im Film Berlin in Zeiten von Epidemien Trotz Corona können Sie mit uns durch die Stadt spazieren: per Film. Die Corona-Pandemie verändert die Sicht auf die Stadt. Folgen Sie uns zu Orten, die in früheren Zeiten von Epidemien und Krankheiten geprägt wurden oder durch sie erst entstanden sind. Es wird Sie überraschen, wie sich manche Ansichten und Handlungsstrategien wiederholen. Entdecken Sie mit uns: Berlin in Zeiten von Epidemien. 8. Das Wilmersdorfer Krematorium: Fortschritt der Hygiene Klaus Kowatsch erklärt die Zusammenhänge ... 7. Das Cecilienhaus in Charlottenburg vom Vaterländischen Frauenverein Marianne Mielke in ihrem Stadtbezirk unterwegs (Otto-Suhr-Allee) 6. Gesundheitshaus Curt Bejach in Kreuzberg: Engagement für die gesundheitliche Aufklärung Martin Düspohl erneut in seinem Bezirk unterwegs mit aktuellen und historischen Bezügen 5. Der verschwundene See in Wilmersdorf Klaus Kowatsch erklärt die Hintergründe ... 4. Schluss mit dem Gestank! Das Pumpwerk Rudolfstraße Stephanie Kissel legt Ihnen in der Nähe des Osthafens sozusagen die Kanalisationsspur zu einem denkmalgeschützten roten Backsteinkomplex. 3. Rudolf Virchow: Kampf des Arztes gegen die Krankheit Stephanie Kissel bringt Ihnen Rudolf Virchow näher, auf dem Karlplatz in Mitte, nahe der Charité, seiner einstigen Wirkungsstätte. 2. Die Desinfektionsanstalt in Kreuzberg Unser StattReisen-Mitgründer Martin Düspohl zeigt Ihnen die I. Desinfections-Anstalt in der Ohlauer Straße. 1. Wo sich die Cholera verbreitete: Kreuzberger Hinterhof Unser StattReisen-Mitgründer Martin Düspohl führt Sie in die Dresdner Straße.  
Stadtführungen Berlin  
Stadtführungen in Berlin  
[StattReisen Berlin Tour] Literarisches Berlin Quiz  
Literarisches Berlin Quiz Wer schreibt hier über Berlin? Erraten Sie's?Zwei erstaunlich aktuelle Texte: Der Schriftsteller schreibt über seine Eindrücke jenes Krieges, dessen deutschem Ende wir heute gedenken. Der Besuch beim Friseur: Im Moment scheinbar ein Grundbedürfnis. Und damals? Marianne Mielke liest die Texte an einem Ort, wo sich der Schriftsteller gern aufhielt.Wer war's und welcher Ort ist es? Schreiben Sie uns Ihre Antwort an info@stattreisenberlin.de. Wir verlosen zwei Gutscheine für die richtigen Antworten. Die Auflösung erfahren Sie am Montag, den 12. Mai 2020. Zum Filmquiz  
Lieblingsorte  
Lieblingsorte Subversive Wahrnehmungen Was wirklich sehenswert ist, entscheidet weder ein Reiseführer noch eine offizielle Stelle der Stadt. Es ergibt sich allein aus der Wahrnehmung des Betrachters und seinem Verständnis des Ortes. Das ist das wirkliche Stadterlebnis. Unsere Stadtführer/innen und unsere Teilnehmer/innen kennen Orte mit einer besonderen Aura, die sie immer wieder anziehen und an denen sie gern verweilen. Lassen Sie sich von diesen persönlichen Wahrnehmungen inspirieren und erzählen Sie von Ihren Lieblingsorten und Sehenswürdigkeiten in Berlin. Wir möchten hier mit Ihnen zusammen eine Seite entstehen lassen, die das präsentiert, was Berlin ausmacht: eine lebendige und vielseitige Stadt aus vielen Perspektiven. Schreiben Sie über Ihren Lieblingsort in Berlin. Mein Lieblingsort  
Mein Lieblingsort  
Mein Lieblingsort Sie sind gefragt Schreiben Sie über Ihren Lieblingsort in Berlin und geben Sie Ihrem Text einen Titel. Wichtig: Erlauben Sie ausdrücklich die Veröffentlichung Ihres Beitrages auf dieser Seite und teilen Sie uns mit, ob Ihr Name erwähnt werden soll. Sie können natürlich auch ein Pseudonym verwenden. Selbstverständlich: Es ist Ihr Text. Der Text oder Teile davon dürfen nicht von anderen geklaut sein, es sei denn sie sind als Zitate mit Quelle wiedergegeben. Wir freuen uns, von Ihrem Lieblingsort zu erfahren.  
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Ortsbesichtigung im menschenleeren Berlin  
Eine Fotoreportage.
In zwei Etappen bin ich von Charlottenburg nach Friedrichshain gefahren. Ich habe mich im leeren Berlin umgesehen und bekannte Orte kaum wiedererkannt.
 

Paternoster fahren

Meine Leidenschaft im Haus des Rundfunks

Als ich nach meinem Lieblingsplatz gefragt wurde, war meine Gegenfrage: drinnen oder draußen?
Draußen kann ich X-Lieblingsplätze aufzählen, die beiden kleinen indischen Tempel auf dem Hinterhof gleich nebenan zum Beispiel oder der verwunschene Park zwischen Luisen- und Friedrichstraße oder die Gestaltung des Zwischengeschosses im U-Bahnhof Klosterstraße, der fast genauso aussieht wie das berühmte Ischtar-Tor im Berliner Pergamon-Museum.
Ganz oben auf der Liste der „Drinnen-Lieblingsplätze“ steht ein technisches Denkmal: Die Paternoster im Haus des Rundfunks. Davon gibt es im alten Funkhaus an der Masurenallee übrigens zwei.

Ein kleines Wunderwerk an Ketten

1931, als das Haus des Rundfunks mit den berühmten Worten: „Das Schiff ist klar zur Fahrt“ eröffnet wurde, gingen auch die Paternoster in Betrieb. Eigentlich heißen sie Personen-Umlaufaufzüge, schlichte Holzkabinen, die auf der einen Seite hoch, auf der anderen Seite runter fahren, ohne anzuhalten. Wie sie funktionieren, ist einfach zu erklären: die Kabinen sind an Ketten hängend befestigt. Oben und unten, im Dach- und im Kellergeschoss, werden sie über große Scheiben in den anderen Aufzugsschacht umgesetzt.
Nur zwei Personen pro Kabine, die Fahrt durch den Keller und Bodenbereich ist ungefährlich – liest man auf dem Messingschild. Manchmal fahren wir zu dritt, manchmal steigen wir nicht aus. Schummrig wird es oben und unten, bitte treten sie zurück. Es ruckt und knackt und wackelt.
Wie einsteigen in den Paternoster? Ich sage nur: abwarten bis die Holzkabine 5 Zentimeter über dem Fußboden ist und dann rein mit Schwung. Wieder ruckt und knackt und wackelt es. Raus geht es genauso, nur eben andersherum.

„Vater unser“ bis in den 4. Stock

Ich fahre Paternoster, das klingt besser als: ich fahre mit dem Personen-Umlaufaufzug. Das haben sich die Erfinder der fahrenden Holzkabinen sicher auch gedacht, obwohl die Geschichte warum der Paternoster so heißt wie er heißt, einiges mit der katholischen Kirche zu tun hat, nämlich mit dem Rosenkranz beten. Auf zehn kleinere Kugeln für die Ave Marias folgen eine für das Vaterunser – lateinisch Paternoster. „Paternosterschnur“ hat man den Rosenkranz auch mal genannt und darüber hinaus nennt man die elfte Kugel, entsprechend dem dazugehörigen Gebet: Paternoster.
Personen-Umlaufaufzüge = Rosenkranz = Amen.

Ein Bau der Klassischen Moderne

Das Haus des Rundfunks wurde 1958 – 27 Jahre nach seiner Einweihung – in die Liste der Baudenkmäler Berlins aufgenommen. Mit gutem Grund. Der Gebäudekomplex war zur Zeit seiner Erbauung ein Meilenstein in der Geschichte der Rundfunkhäuser. In seiner Größe und Funktionalität war und ist es übrigens einzigartig in Europa.
Entworfen hat es ein Vertreter der Klassischen Moderne, der Architekt Hans Poelzig. Er wollte „einen Kontrapunkt zu der Uneinheitlichkeit und Zerrissenheit der gesamten Umgebung setzen“ – zum benachbarten Neu-Westend und seinen herrschaftlichen Villen. Der Funkturm stand schon, als die Bauarbeiten an der Masurenallee begannen.
Poelzigs Idee: drei Sendesäle wurden in der Gebäudemitte platziert, vom Straßenlärm abgeschirmt durch die umliegenden Bürotrakte und Produktionsstudios. Ideale Bedingungen für die Radiomacher herrschten schon damals 1931.
156 Meter lang ist die Hauptfront des Funkhauses. Zwei Flügel schwingen leicht nach hinten, bilden ein stumpfes Dreieck und von oben betrachtet sieht das Haus des Rundfunks tatsächlich aus wie der Bug eines Schiffes.

Paternoster fahren – eine Leidenschaft

Ich bin Urberlinerin, bin in Berlin-Charlottenburg aufgewachsen, gleich hinter dem Funkhaus des Senders Freies Berlin, dem heutigen Rundfunk Berlin-Brandenburg, habe beim Paternosterfahren in frühester Kindheit den Wunsch gehabt „einmal zum Radio zu gehen“ und nach einigen beruflichen Umwegen auch das Ziel erreicht „im Radio zu sein“, um über Kunst, Bücher, Filme – also über Kultur – zu reden.
Ganz ehrlich, die Paternoster im Haus des Rundfunks sind wahre Kreativ-Orte. Ziemlich gute Ideen bekommt man zwischen Keller- und Obergeschoß.
Einmal rum, ohne anhalten.

Marianne Mielke

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