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Stadtführung  
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Stadtführungen Berlin  
Stadtführungen in Berlin  
unSICHTBAR – Obelisken von Heinz Mack am Kurfürstendamm  
Ich muss gestehen, dass ich ein Herz für Übersehenes habe. Und so stelle ich auch diesmal in unserer Reihe „unSICHTBAR“ nichts vor, was man lange suchen müsste. Es ist kein versteckter oder vergessener Ort, der irgendwo in Berlin vor sich hin schlummert und dessen Geschichte verblüfft; auch weil wir bisher vielleicht noch nie auf die Idee kamen, überhaupt in die entsprechende Gegend zu fahren. Nein, an meinem heutigen Ort waren vermutlich beinahe alle von uns schon zig-mal. Ich möchte zum Ku‘damm.  
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unSICHTBAR – Steglitzer Kriegsruine im Dornröschenschlaf  
Obwohl ich nun schon ein paar Jahre in Steglitz wohne, mache ich auf meinen Spaziergängern immer noch überraschende Entdeckungen. Zum Beispiel die Ruine in der Beymestraße. Bäume und Gestrüpp hinter einem in die Jahre gekommenen Zaun wirken wie ein undurchdringlicher kleiner Urwald, in dem die verwunschenen Überreste einer alten Villa durchschimmern. So etwas gibt es noch in diesem beschaulichen und aufgeräumt wirkenden Stadtteil? Warum? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Die abweisenden Nachbarn sind nicht sehr hilfreich bei meinem Versuch, mehr erkennen zu wollen. Aber es gibt andere Wege über Archive, Internet, Zeitungen.  
unSICHTBAR – Gartenglück auf Parzelle 8  
In diesem Jahr gibts eine Urkunde. Für 25 Jahre gärtnern im Schrebergarten! Frei nach dem Motto: „Wat braucht der Berliner um glücklich zu sein? Ne Laube, ´n Zaun und ´n Beet“ , beackere ich meinen Garten in der Kolonie „Birkenwäldchen“ gleich hinter dem Krankenhaus Westend.  
unSICHTBAR – Das frühere Berlin Document Center  
Zwischen Krummer Lanke und dem gleichnamigen U-Bahnhof in Zehlendorf liegt ziemlich versteckt der Wasserkäfersteig. Diese schmale Straße ist mit Natursteinen gepflastert und nur an einer Seite mit freistehenden Wohnhäusern bebaut. Sie endet an einem Waldstück mit einer Sackgasse. Ein besonders ruhiger und grüner Fleck im ohnehin eher beschaulichen Zehlendorf. Hierher verirrt sich wohl kaum jemand zufällig. Und vielleicht genau deswegen spielte hier, am Ende des Sträßchens mit dem putzigen Namen, ein eher wenig bekannter Nebenhandlungsstrang des 20. Jahrhunderts in Berlin.  
unSICHTBAR – die Christophoruskirche in der Siemensstadt  
Wenn zu Ostern die Glocken läuten, klingt es für mich immer nach einem Willkommensgruß an den Frühling. Und bald ist es wieder so weit. Auch in der Siemensstadt werden am Ostersonntag die Glocken der Christophoruskirche zu hören sein.  
Berlin 360°  
Berlin 360° Wir begeben uns zu einem Platz oder Ort in der Stadt und betrachten von hier, was uns umgibt und dringen zu den Schichten und Geschichten vor, die diesem Ort eine besondere Aura verleihen. Wir gehen herum und blicken in die Seitenstraßen. In nur einer Stunde erschließen wir uns den Leipziger Platz, den Gendarmenmarkt, den Arkonaplatz, den ehemaligen Zentralviehhof, das Engelbecken, die Gegend des ehemaligen Anhalter Bahnhofs und vieles mehr. Spüren Sie die Energie dieser Orte! Buchung / Anfrage  
[StattReisen Berlin Tour] Lichtes Dörfchen an der Avus: die Siedlung Eichkamp  
Lichtes Dörfchen an der Avus: die Siedlung Eichkamp Eichkamp ist benannt nach der gleichnamigen Revierförsterei im Grunewald, die vor 1900 noch „Wilmersdorrfischer Eichelkamp“ hieß. „Ein lichtes Berliner Dörfchen mit kindlich-schlichten Straßen und Häuschen“ so beschrieb der Philosoph Ludwig Marcuse die Siedlung. Er selbst wohnte dort in einem Haus am Eichkatzweg, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schriftsteller Arnold Zweig und dem Architekten Max Taut. Max Taut war es, der zusammen mit seinem Bruder Bruno Taut und den Architekten Martin Wagner und Franz Hoffmann den Bebauungsplan für die Siedlung Eichkamp erstellte. Den Auftrag gab die Wohnungsbau-genossenschaft „Märkische Heimat“, die nach dem Ersten Weltkrieg Bauprojekte gegen die herrschende Wohnungsnot in Berlin realisierte. So entstand ab 1919 am nordöstlichen Rand des Grunewalds ein „Dörfchen“ mit Stadtbahn-Anschluss, in dem Menschen unterschiedlichster sozialer Stellung lebten – und leben. Prominente zogen nach Eichkamp, viele von ihnen waren jüdischen Glaubens. An sie erinnern Stolpersteine, die man in fast allen Straßen der Siedlung findet. Eichkamp liegt „eingebettet“ zwischen Avus, Messegelände und Grunewald in unmittelbarer Nähe zum Autobahndreieck Funkturm, das in den kommenden Jahren umgebaut werden soll. Doch dagegen wehrt sich eine aktive Bürgerinitiative.  

unSICHTBAR – Steglitzer Kriegsruine im Dornröschenschlaf

Obwohl ich nun schon ein paar Jahre in Steglitz wohne, mache ich auf meinen Spaziergängern immer noch überraschende Entdeckungen. Zum Beispiel die Ruine in der Beymestraße. Bäume und Gestrüpp hinter einem in die Jahre gekommenen Zaun wirken wie ein undurchdringlicher kleiner Urwald, in dem die verwunschenen Überreste einer alten Villa durchschimmern. So etwas gibt es noch in diesem beschaulichen und aufgeräumt wirkenden Stadtteil? Warum? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Die abweisenden Nachbarn sind nicht sehr hilfreich bei meinem Versuch, mehr erkennen zu wollen. Aber es gibt andere Wege über Archive, Internet, Zeitungen.

 

Der Letzte, der auf diesem Grundstück aktiv etwas getan hat, war wohl der Astronom Fritz Hinderer. Er kümmerte sich vor allem um die Obstbäume, bis er im Sommer 1991 beim Schneiden der Hecke einem Hirnschlag erlag. Er und seine Geschwister Dietmut und Hermann hatten das Grundstück mit der Ruine von ihrem Vater geerbt und wollten sie in den 50er Jahren restaurieren. Von der einst ansehnlichen Villa, die in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1944 durch einen Luftangriff schwer beschädigt worden war, blieb nicht mehr viel übrig: Außenmauern, das Eingangsportal, eine Außentreppe, die ins Nichts führt, beeindrucken noch immer. Aber es fehlte den Geschwistern an dem nötigen Geld und sie befürchteten, dass West-Berlin von den Sowjets vereinnahmt werden würde – die „Russenangst“.


Ihr Vater, der Theologe und Publizist August Hermann Hinderer, kaufte einst die um 1904 erbaute Villa. Ursprünglich gehörte sie einem Rentier J. Stein, nach 1928 war sie im Besitz des Evangelischen Presseverbandes (EPD), dessen Direktor Hinderer seit 1918 war. Der Hauptsitz des kirchenunabhängigen Verbandes befand sich gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite. Die Institution gibt es heute noch als Evangelischen Pressedienst (epd) und ist die älteste bestehende Nachrichtenagentur. Hinderer wohnte schon in dieser Zeit in der Villa und richtete dort eine ansehnliche Bibliothek und das Zentralarchiv für evangelisches Schrifttum ein.


August Hinderer galt in den 20er Jahren als der überragende evangelische Publizist in Deutschland und wurde 1927 Honorarprofessor für evangelischen Journalismus. Er und der EPD waren den Nazis ein Dorn im Auge. Von der SA 1933 besetzt, war es mit der Pressefreiheit zu Ende. Hinderer wurde des Amtes enthoben und 1934 von der Gestapo verhaftet. Er konnte zwar später weiterarbeiten, wurde aber von der Gestapo gegängelt und kontrolliert. Aus den eigenen Reihen vermisste er die Unterstützung. Die evangelische Presse wurde mit Verordnungen, Erlassen, Gesetzen und Verboten bekämpft. Zeitweise diktierten die nationalsozialistischen Deutschen Christen die Nachrichten des EPD. 1941 musste der EPD seinen Betrieb einstellen. Der Reichsminister und Hitlers Privatsekretär Martin Bormann bestimmte, dass Nationalsozialismus und Christentum unvereinbar und der Einfluss der Kirchen folglich auszuschalten seien.


1944 brannte die Villa. Die gesamte Bibliothek und die persönliche Habe von Hinderers Familie wurde ein Opfer der Flammen. Besonders bedauerte August Hinderer den Verlust seiner umfangreichen persönlichen Aufzeichnungen. Ein Jahr später starb er in seiner baden-württembergischen Heimat.
Heute gehören die Überreste der Villa der Enkelin. Sie lebt in München und träumt davon, vielleicht doch noch etwas daraus zu machen.

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