###TOPNAV###
572 Treffer:
Stadtführung  
Buchung / Anfrage  
Stadtführungen Berlin  
Stadtführungen in Berlin  
Andere Städte  
Die StattReisen-Organisationen der verschiedenen Städte arbeiten im Forum Neue Städtetouren zusammen, z.B. um die Qualität zu sichern.  
[StattReisen Berlin Tour] Armut, Flucht, Vertreibung  
Siedlungsexperimente in Mariendorf  
[StattReisen Berlin Tour] Stille Heldinnen  
Frauen im Widerstand  
[StattReisen Berlin Tour] Ingeborg Bachmanns Berliner Jahre  
Ingeborg Bachmanns Berliner Jahre Zu ihrem 100. Geburtstag Berlin war nicht die längste Episode im Leben der österreichischen Lyrikerin und Schriftstellerin, die an vielen Orten Europas lebte und arbeitete. Und sicher war es auch nicht die bedeutendste Lebensphase. Aber auch kein unwichtiger Abschnitt nach der schwierigen Beziehung zu Max Frisch und des Nicht-Schreiben-Könnens. Vor allem jedoch eine weitere Phase des Suchens und sich Wiederfindens am "Ort für Zufälle", wie sie Berlin in ihrer Rede zum Büchner-Preis nannte. Am 25. Juni wäre Ingeborg Bachmann 100 Jahre alt geworden. Wir schauen auf diesem Rundgang auf ihre Berliner Jahre von 1963 bis 1965 im Grunewald.  
[StattReisen Berlin Tour] Die Ring-Architekten  
Pioniere des neuen Bauens  
[StattReisen Berlin Tour] Südseeträume: Die Pfaueninsel  
Südseeträume: Die Pfaueninsel NEU! Einst vom Großen Kurfürsten an Alchemisten Johannes Kunckel im 17. Jahrhundert für dessen geheimnisvollen Experimente verschenkt, wurde die Pfaueninsel 100 Jahre später geheimer Treffpunkt für die ungewöhnliche Liebesbeziehung zwischen dem zukünftigen Thronnachfolger Friedrich des Großen, Kronprinz Friedrich Wilhelm und dessen bürgerliche Geliebte, Wilhelmine Enke aus Potsdam. Das ungleiche Paar ließ nach englischen und französischen Vorbildern das Lustschlösschen und die Meierei im pittoresken Ruinenstil errichten, hinzu kamen Reminiszenzen an das antike Rom. Die landwirtschaftliche Prägung erhielt das Eiland schließlich unter Königin Luise und König Friedrich Wilhelm III. Zur Exotik der noch heute farbenfrohen Bepflanzung passte die Ansiedlung von Pfauen und anderer Tiere aus fernen Ländern. Landschaftsgarten und Pfauen sind noch heute Teil dieses besonderen UNESCO-Welterbes.  Hinweis: Tickets für die Fähre müssen individuell vorab online gebucht werden (empfohlen) oder vor Ort erworben werden. Im Anschluss besteht am Nachmittag die Möglichkeit zum individuellen Besuch des Schlosses (hierfür müssen vorab Eintrittskarten erworben, das Fährticket ist dann schon inkludiert). Der Termin am 13. Juni ist leider bereits ausgebucht. Aber es gibt gleich einen Zusatztermin am Tag darauf um 14 Uhr!  

unSICHTBAR – Drei Schüsse am Ku’damm

Eine gewöhnliche Bushaltestelle am oberen Ende des Kurfürstendamms / Ecke Joachim-Friedrich-Straße. Der Verkehr tost, geschäftiges Treiben im Umfeld. Keine*r der auf den Bus Wartenden kennt die unscheinbare Gedenktafel, die fünf Meter neben ihnen in den Boden eingelassen ist. Sie befindet sich schon 31 Jahre dort. Die wenigsten der Passanten wissen, was dort vor 53 Jahren geschah.

 

Am 11. April 1968, einem Gründonnerstag, wartete Rudi Dutschke hier auf die Öffnung der Apotheke, um ein Medikament für seinen Sohn zu besorgen. Er wohnte in der Nähe und war auf dem Weg ins Büro des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, das um die Ecke lag. Da kam der Hilfsarbeiter Josef Bachmann auf ihn zu, zog seine Pistole und schoss dreimal auf den prominenten Wortführer der Studentenbewegung.


Bachmann war Neonazi und fühlte sich von der zum Teil diffamierenden Berichterstattung der Springerpresse und der aufgeheizten Stimmung in diesen Monaten angestachelt. Die Nachricht von dem Attentat ging wie ein Lauffeuer um. Noch am Abend zogen Demonstrierende vor das Verlagshaus von Springer, um die Auslieferung der Bildzeitung zu verhindern. Dabei kippten sie Lieferfahrzeuge um oder steckten sie in Brand. Es war der Auftakt zu den schwersten Straßenunruhen auch in anderen Städten, die die Bundesrepublik bis dahin erlebt hat.


Die Anliegen der Studentenbewegung, wie der Protest gegen den Vietnam-Krieg, gegen die Ordinarien-Universität, gegen Alt-Nazis in hohen Funktionen oder gegen die verkrusteten Strukturen in Politik und Gesellschaft, sowie ihr provokantes Auftreten stießen auf Widerstand der verharrenden Kräfte und des Establishments. Spätestens seit der Polizist Kurras ein Jahr zuvor Benno Ohnesorg in der Näher der Deutschen Oper erschossen hatte, wurde der gesellschaftliche Konflikt offensichtlich und die Forderung nach Veränderungen über das studentische Milieu hinaus immer lauter. Die Republik ist seitdem eine andere geworden, liberaler, demokratischer, offener.


Rudi Dutschke überlebte das Attentat, starb aber Heiligabend 1979 an den Spätfolgen der Schussverletzungen. So steht es auf der Gedenktafel. Hier, wo damals sein Fahrrad und seine Schuhe liegen blieben, nachdem er im Krankenwagen abtransportiert wurde, umrahmt von den Kreidekreisen der Polizei. Zum 50. Jahrestag wurde hier im Beisein von Gretchen Dutschke an das Attentat erinnert und Schuhe in Kreidekreisen um die Gedenktafel gestellt. Wer heute an der Bushaltestelle steht, kann auf der Informationstafel der Berliner Geschichtswerkstatt auf der Rückseite mehr erfahren. Unnachgiebig nachfragen, streiten, Autoritäten und Ungerechtigkeit in Frage stellen: Das können wir sicher auch heute noch von Rudi Dutschke lernen.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben