###TOPNAV###
366 Treffer:
Stadtführung  
Buchung / Anfrage  
Stadtführungen Berlin  
Stadtführungen in Berlin  
Beitrag  
Logo zur Startseite sprungmarke  
Blog  
Logo zur Startseite Willkommen im StattReisen-Blog Wir gehen jeden Tag mit offenen Augen begeistert durch die Stadt und entdecken ständig Neues, was unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, oder Orte, wo sich eine neue Entwicklung ankündigt. Wir möchten Euch an unseren Entdeckungen und unseren Diskussionen teilhaben lassen. Denn wie wir die Stadt sehen, hat viel mit unseren Wahrnehmungen, Geschichten und Lebenskonzepten zu tun – und ist daher kontrovers. Hier sollt Ihr noch mehr darüber erfahren, wie wir arbeiten, was uns gerade beschäftigt und wofür wir in Berlin stehen. So erfahrt Ihr auch noch mehr über Orte und Zusammenhänge, die auf einem Stadtrundgang zu kurz kommen. Ab und zu werdet Ihr auch eine pointierte Kritik lesen, was uns nicht passt. Dabei interessiert uns auch Eure Meinung, denn die kann vielleicht zu einem neuen Stadtspaziergang führen … Alle Blog-Einträge könnt Ihr kommentieren. Über Eure Anregungen und Meinungen freuen wir uns. Nutzt dazu unser Feedback-Formular – Danke!  
StattReisen-Card  
StattReisen-Card          bestellen   StattReisen-Card Ganz Berlin in der Tasche Kostenlos mit der StattReisen-Card: Hundert verschiedene Stadtspaziergänge an über 400 Terminen im Jahr. Dazu Exklusivveranstaltungen. Mehr Berlin geht nicht. Mit der StattReisen-Card liegt Ihnen Berlin zu Füßen. 90 Euro für ein Jahr. Noch mehr Vorteile: Die StattReisen-Card ist in Berlin übertragbar Sie ist auch in anderen Städten nutzbar, wo es StattReisen gibt Sie werden zu vier Exklusivveranstaltungen pro Jahr eingeladen, zu Orten, wo nicht jede/r hinkommt 10 Euro Rabatt bei Gruppenbuchungen, z.B. für eine Geburtstagsfeier Sie erfahren immer, was los ist, und lernen nette Leute kennen Wir setzen ganz Berlin auf eine Karte! StattReisen-Card bestellen Mit Bestellformular oder telefonisch (455 3028) oder auf einem unserer Stadtspaziergänge: Teilen Sie uns Ihren Namen, Adresse, Telefonnummer und ggf. E-Mail-Adresse mit. Sie erhalten die StattReisen-Card innerhalb von drei Tagen mit der Post. StattReisen-Card schenken Das ideale Geschenk zu Weihnachten oder zum Geburtstag oder wenn Sie einen lieben Kollegen verabschieden. Weitere Geschenkideen hier weitere Geschenkideen > hier  
40 Jahre Tanzfabrik: Die Institution für zeitgenössischen Tanz  
Welche sind eigentlich die Orte des Tanzes in dieser Stadt? Viele – vor allem junge Leute – mögen an Berghain, Matrix & Co denken, Orte zum Abhotten und des Stell-dich-ein. Wer kommt rein? Aber Tanz ist mehr: Kunst, Experiment, Gestaltung des Raumes. Und auch dafür gibt es besondere Orte, die uns Gabriele Reuter von der Tanzfabrik am kommenden Sonnabend (14. Juli) zeigt. Nora Göres schrieb zum Jubiläum den folgenden Blogbeitrag.  
Weltstadt Kreuzberg – Stadtrundgang durch das andere Berlin  
Türkische, polnische und schwäbische Kreuzberger beleben den sicher buntesten Stadtteil Berlins. Kirche, Synagoge und Moschee stehen hier dicht beieinander. Döner Kebab, Käsespätzle und Bouletten stehen auf vielen Speisekarten. Um das bunte und vielfältige Berlin kennen zu lernen, führt der Weg fast zwangsläufig nach Kreuzberg oder Neukölln. Hier erfahren Schüler*innen, wie eine Zuwanderergesellschaft funktionieren könnte oder wie sich aktuelle gesellschaftliche Veränderungen konkret zeigen.  
Jetzt die besten Plätze sichern! Unverbindliche Voranmeldung für 2019  
Auch wenn es noch lange hin noch gar nicht konkret ist: Es lohnt sich, schon jetzt an Ihre Klassenfahrt im kommenden Jahr zu denken, zumindest wenn es nach Berlin gehen soll. Denn Berlin ist Klassenfahrtziel Nummer Eins und die bevorzugten Unterkünfte sind in den heißen Wochen oft ein Jahr im Voraus bereits ausgebucht.  
[StattReisen Berlin Tour] Die Rote Insel Schöneberg  
Die Rote Insel Schöneberg Sie ist komplett von Schienensträngen eingeschnürt, aber warum rot? Beherrschend ist der Gasometer, Verkünder längst vergangener Zeiten, als einst auch Marlene Dietrich auf der Insel das Licht der Welt erblickte. Und zwar in der heutigen Leberstraße. Deren Namensgeber, Julius Leber, begegnen wir auf dem Rundgang immer wieder – aber auch anderen bekannten und unbekannten Personen, die das Rote der Insel verkörpern.  

Stadtführer aus Leidenschaft

Matthias Rau kam vor genau 45 Jahren, im Herbst 1971, nach Berlin – Ost-Berlin. Es war eine bewegte Zeit. Damals wusste Matthias noch nicht, wie sehr diese Stadt sein Leben prägen und begleiten würde.

Er kam, um sich zum Krankenpfleger in der Charité ausbilden zu lassen. Da er sich dem sozialistischen Werdegang in den Kinder- und Jugendorganisationen verweigerte, hatte er als „nicht gefestigte sozialistische Persönlichkeit“ keine Chance auf den gewünschten Studienplatz in Medizin und versuchte es über diesen Umweg. Er wohnte zunächst am Hackeschen Markt, womit die ersten Koordinaten in seinem Drang, die Stadt zu erforschen, festgelegt waren: Zwischen der Charité und dem Hackeschen Markt bewegten sich seine ersten Erkundungen. Davon erzählt er auch auf seiner Jubiläumstour durch die Friedrich-Wilhelm-Stadt am kommenden Sonnabend („Abseits der Mitte: Forscherdrang und tierisches Theater“).

Von Medizin hatte er schnell die Nase voll und begann, Theologie zu studieren. Weil er dabei auch Hebräisch lernte, fielen ihm bei Spaziergängen in seinem Wohnumfeld verwitterte Schilder und hebräische Inschriften auf und lenkten seine Aufmerksamkeit. Er entschlüsselte sie und erzählte Freunden vom jüdischen Leben in seinem Viertel (siehe Rundgang „Wege in das jüdische Berlin“], z.B. am 11.09.). Die Freunde kamen auch aus dem Westen, die ihm für die Führung eine Flasche Rotwein spendierten. Das war die Keimzelle seiner Leidenschaft: Die Stadt mit ihren Geschichten, die ihn fesselte, die Entdeckerfreude und die persönlichen Beziehungen zu Menschen.

 

Sein Geld verdiente Matthias als Aktmodell, Briefträger, Kellner oder Veranstaltungstechniker an der Akademie der Künste – nicht viel, aber es reichte. Wichtiger war ihm seine Freiheit und das unangepasste Leben. Sein roter Faden verläuft abseits der sozialistischen Karrieren. Da man in der DDR aber stets eine Beschäftigung nachweisen musste, galt er offiziell als „Werktätiger mit Lohnnachweis für unständig Beschäftigte“. Matthias zog nach Prenzlauer Berg, das Stadtviertel der Unangepassten und traf dort auf Künstler, Blues-Musiker, Gleichgesinnte. Hier fühlte er sich wohl und es ist kein Zufall, dass „Die Prenzlauer Berg-Tour“ eine seiner beliebten Stadtrundgänge nach der Wende wurde. Aber schon damals war die Tätigkeit als Stadtführer schon mehr als ein Hobby: Seine West-Kontakte brachten ihn mit dem Goethe-Institut in Verbindung, dessen Gruppen er durch Ost-Berlin führte – illegal. Matthias hatte ein gutes Gespür für Nischen, jene, in denen große Geschichten verborgen sind, und jene, in denen er seine Leidenschaften ausleben konnte: der geborene Stadtführer, der etwas zu erzählen hat.

Ein anderer Spaziergang wurde der wohl aufregendste in seinem Leben: Er führte am 9. November durch das Grenztor an der Oberbaumbrücke ins West-Berliner Kreuzberg. Viele neue Begegnungen und die andere Hälfte der Stadt, die darauf wartete, von ihm erkundet zu werden. Die Mauer und die geteilte Stadt wurden Geschichte und für Matthias war es wichtig, daran zu erinnern, wie es war, mit Unfreiheit und Repressalien zu leben. Sein Hobby wurde zum Beruf: Er ließ den Job bei der Akademie der Künste sausen und fand über einen seiner vielen Kontakte den Weg zu StattReisen. „Grenzgänge – grenzenlos“ wurde zu einer seiner wichtigen StattReisen-Touren. Oder seine Fahrradtour entlang des ehemaligen Mauerstreifens (an jedem Sonnabend um 10 Uhr). Aber auch die „Poesie von OstWestberlin“, wo er schon mal auf der Weidendammer Brücke Lieder von Wolf Biermann singt (nächste Führung am 23.9.). Eine ganz persönliche Tour ist „Herbst 1989“ am 11. September: Hier erfahren wir, wie Matthias den Aufbruch in der DDR und die Wende erlebt hat.

Für Matthias ist Berlin ein gewachsener Organismus. „Die Stadt ist kein Zufall, sondern es sind Menschen gewesen, die das gemacht haben.“ Dieses Credo ist auf jedem seiner Stadtspaziergänge spürbar. Weit über 80.000 Menschen hat Matthias schon durch sein Berlin geführt und dabei nach Kilometern sicher schon einmal die Welt umrundet. Wer ihn einmal erlebt hat, wird nicht vergessen, wie er mit seiner Faszination und Liebe zur Stadt dabei ist und wie er allen den Blick für die verborgenen und wirklich spannenden Dinge des Kosmos Berlin öffnet. Umgekehrt sind es für Matthias die persönlichen Begegnungen mit den Teilnehmer/innen, die ihm in Erinnerung bleiben. Jeder Stadtspaziergang ist ein besonderes Erlebnis und eine neue Entdeckung.

Sein leidenschaftliches Verhältnis zu Berlin drückte Matthias in einem Interview einmal so aus, als er gefragt wurde, ob er verheiratet sei: "Ich lebe in fester Beziehung, verheiratet bin ich mit Berlin." (Berliner Kurier). Für ihn ist die Stadt ein Freiheitsversprechen: „Ich musste mich in ihr nicht verbiegen.“

Und da ist auch die kritische Seite: Matthias hätte sich nicht träumen lassen, dass er einmal in eine Platte nach Lichtenberg ziehen würde. Die Nischen und damit die Gestaltungsspielräume verschwinden. Das hatte er hautnah in Friedrichshain, seinem letzten Wohnort, gespürt. Auf seinem Spaziergang „Friedrichshain: Samariterviertel und Stalinallee“ erzählt er davon, wie sich das Viertel verändert: touristisches Feierpublikum zieht durch die Straßen und lässt sich in den zahlreichen Cafés und Restaurants nieder. Friedrichshain ist hip. Das bekommen auch Immobilienunternehmen mit, die Häuser preiswert kaufen und teuer verkaufen und vermieten. Irgendwann zieht die eingesessene Bevölkerung weg, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten oder die Wohnungen nicht kaufen kann oder weil es ihr schlicht zu laut ist. Es ist nicht mehr ihr Viertel. Im Soziologendeutsch heißt das dann Gentrifizierung.

Erneuter Aufbruch und neue Entdeckungen? Wir sind sehr gespannt. Matthias ist ja auch hier bereits unterwegs: Eine der Führungen mit ihm heißt „Unbekanntes Ost-Berlin“. Darin geht es auch um die erste Plattenbausiedlung aus den 1920er Jahren in Friedrichsfelde und um die Industriedenkmäler in Oberschöneweide. Sein Koordinatensystem ist mittlerweile sehr groß und feinmaschig geworden.

Matthias feierte am Sonnabend, den 3. September, sein 45-jähriges Berlin-Jubiläum auf seine Weise: mit einem sehr persönlichen Stadtspaziergang durch die Friedrich-Wilhelm-Stadt, mit der er sich besonders verbunden fühlt:

Abseits der Mitte: Forscherdrang und tierisches Theater

Wer sich an ein besonderes Erlebnis mit Matthias Rau erinnert, schreibt es in diesen Blog.

Links:
*Matthias Rau – Berlin Stadtgeschichte(n)
*Der Mauermeister (Der Tagesspiegel)
*Matthias Rau – ein Botschafter, der nur zu Fuß durch die Stadt geht (Berliner Kurier)

Wenn Ihr den Spaziergang verpasst oder eine persönliche Führung mit Matthias Rau buchen möchtet, schreibt uns eine Nachricht [hier].

Kommentare (4)

  1. Anne Lohe am 02.09.2016
    Er ist einmalig und wunderbar: ein kritischer, aber empfindsamer Geist. Habe mehrere Touren mit ihm gemacht, viel gelacht, viel gelernt, viel nachgedacht nach seinen Geschichten. Gänsehaut bekam ich, als ich hörte, dass Freunde von ihm aus Ost-Berlin zur DDR Zeit mit an der wenig bekannten CD "Vor der Flut" - Hommage an einen Wasserspeicher mitgemacht haben. Um es mit Tina Turner zu sagen: Simply the best.
  2. Gabriele Peschel am 05.09.2016
    Vor ca. sechs Jahren habe ich - zufällig - das erste Mal einen Stadtrundgang durch Friedrichshain mit Matthias Rau gemacht. Nie zuvor habe ich jemanden erlebt, der mit so viel Verstand und fundiertem Wissen, aber auch mit so viel Herzblut und Begeisterung seine Stadt für Besucher lebendig werden lässt. Seither habe ich viele Touren mitgemacht, viel erfahren und gelernt über diese faszinierende Stadt, in die es mich immer wieder zieht.
  3. Michael Lacroix am 07.03.2017
    Wir haben am letzten Sonntag einen Rundgang mit Matthias Rau mitgemacht.
    Ein Typ mit Wissen und Aura. Jemand, der weiss wovon er spricht und dies vermitteln kann.
    Wir lieben Berlin jetzt auch aus diesem Winkel.
    Danke dafür.
  4. Karin Maaß am 06.07.2018
    Ich kann nur sagen: Jede Tour mit Matthias Rau ist ein Erlebnis, heute genau so wie vor 11 Jahren als ich Neu-Berlinerin mit ihm und meiner Schwester durch das Jüdische Berlin spazierte.
    Herzlichen Dank für die vielen anregenden Stunden!

Neuen Kommentar schreiben