###TOPNAV###
456 Treffer:
Stadtführung  
Buchung / Anfrage  
Stadtführungen Berlin  
Stadtführungen in Berlin  
unSICHTBAR – Obelisken von Heinz Mack am Kurfürstendamm  
Ich muss gestehen, dass ich ein Herz für Übersehenes habe. Und so stelle ich auch diesmal in unserer Reihe „unSICHTBAR“ nichts vor, was man lange suchen müsste. Es ist kein versteckter oder vergessener Ort, der irgendwo in Berlin vor sich hin schlummert und dessen Geschichte verblüfft; auch weil wir bisher vielleicht noch nie auf die Idee kamen, überhaupt in die entsprechende Gegend zu fahren. Nein, an meinem heutigen Ort waren vermutlich beinahe alle von uns schon zig-mal. Ich möchte zum Ku‘damm.  
Beitrag  
Logo zur Startseite sprungmarke  
unSICHTBAR – Steglitzer Kriegsruine im Dornröschenschlaf  
Obwohl ich nun schon ein paar Jahre in Steglitz wohne, mache ich auf meinen Spaziergängern immer noch überraschende Entdeckungen. Zum Beispiel die Ruine in der Beymestraße. Bäume und Gestrüpp hinter einem in die Jahre gekommenen Zaun wirken wie ein undurchdringlicher kleiner Urwald, in dem die verwunschenen Überreste einer alten Villa durchschimmern. So etwas gibt es noch in diesem beschaulichen und aufgeräumt wirkenden Stadtteil? Warum? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Die abweisenden Nachbarn sind nicht sehr hilfreich bei meinem Versuch, mehr erkennen zu wollen. Aber es gibt andere Wege über Archive, Internet, Zeitungen.  
unSICHTBAR – Gartenglück auf Parzelle 8  
In diesem Jahr gibts eine Urkunde. Für 25 Jahre gärtnern im Schrebergarten! Frei nach dem Motto: „Wat braucht der Berliner um glücklich zu sein? Ne Laube, ´n Zaun und ´n Beet“ , beackere ich meinen Garten in der Kolonie „Birkenwäldchen“ gleich hinter dem Krankenhaus Westend.  
unSICHTBAR – Das frühere Berlin Document Center  
Zwischen Krummer Lanke und dem gleichnamigen U-Bahnhof in Zehlendorf liegt ziemlich versteckt der Wasserkäfersteig. Diese schmale Straße ist mit Natursteinen gepflastert und nur an einer Seite mit freistehenden Wohnhäusern bebaut. Sie endet an einem Waldstück mit einer Sackgasse. Ein besonders ruhiger und grüner Fleck im ohnehin eher beschaulichen Zehlendorf. Hierher verirrt sich wohl kaum jemand zufällig. Und vielleicht genau deswegen spielte hier, am Ende des Sträßchens mit dem putzigen Namen, ein eher wenig bekannter Nebenhandlungsstrang des 20. Jahrhunderts in Berlin.  
unSICHTBAR – die Christophoruskirche in der Siemensstadt  
Wenn zu Ostern die Glocken läuten, klingt es für mich immer nach einem Willkommensgruß an den Frühling. Und bald ist es wieder so weit. Auch in der Siemensstadt werden am Ostersonntag die Glocken der Christophoruskirche zu hören sein.  
Berlin 360°  
Berlin 360° Wir begeben uns zu einem Platz oder Ort in der Stadt und betrachten von hier, was uns umgibt und dringen zu den Schichten und Geschichten vor, die diesem Ort eine besondere Aura verleihen. Wir gehen herum und blicken in die Seitenstraßen. In nur einer Stunde erschließen wir uns den Leipziger Platz, den Gendarmenmarkt, den Arkonaplatz, den ehemaligen Zentralviehhof, das Engelbecken, die Gegend des ehemaligen Anhalter Bahnhofs und vieles mehr. Spüren Sie die Energie dieser Orte! Buchung / Anfrage  
[StattReisen Berlin Tour] Lichtes Dörfchen an der Avus: die Siedlung Eichkamp  
Lichtes Dörfchen an der Avus: die Siedlung Eichkamp Eichkamp ist benannt nach der gleichnamigen Revierförsterei im Grunewald, die vor 1900 noch „Wilmersdorrfischer Eichelkamp“ hieß. „Ein lichtes Berliner Dörfchen mit kindlich-schlichten Straßen und Häuschen“ so beschrieb der Philosoph Ludwig Marcuse die Siedlung. Er selbst wohnte dort in einem Haus am Eichkatzweg, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schriftsteller Arnold Zweig und dem Architekten Max Taut. Max Taut war es, der zusammen mit seinem Bruder Bruno Taut und den Architekten Martin Wagner und Franz Hoffmann den Bebauungsplan für die Siedlung Eichkamp erstellte. Den Auftrag gab die Wohnungsbau-genossenschaft „Märkische Heimat“, die nach dem Ersten Weltkrieg Bauprojekte gegen die herrschende Wohnungsnot in Berlin realisierte. So entstand ab 1919 am nordöstlichen Rand des Grunewalds ein „Dörfchen“ mit Stadtbahn-Anschluss, in dem Menschen unterschiedlichster sozialer Stellung lebten – und leben. Prominente zogen nach Eichkamp, viele von ihnen waren jüdischen Glaubens. An sie erinnern Stolpersteine, die man in fast allen Straßen der Siedlung findet. Eichkamp liegt „eingebettet“ zwischen Avus, Messegelände und Grunewald in unmittelbarer Nähe zum Autobahndreieck Funkturm, das in den kommenden Jahren umgebaut werden soll. Doch dagegen wehrt sich eine aktive Bürgerinitiative.  

RKI – lebenswichtige Informationen aus dem Wedding

Zurzeit schaut täglich die gesamte Republik gebannt auf die neuesten Mitteilungen aus dem Wedding. Hier stehen zwischen Seestraße und Nordufer verschiedene Gebäude des Robert-Koch-Instituts (kurz: RKI) mit Forschungseinrichtungen und einem Museum. Von hier aus werden täglich die neuesten Zahlen zur Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) gemeldet, genauer: die Zahlen der registrierten Infizierten und der durch das Virus Verstorbenen. Außerdem geben die Verantwortlichen Risikoeinschätzungen zu den gesundheitlichen Gefahren der Pandemie und Empfehlungen, wie sich die Menschen am besten vor dem Virus schützen können. Damit spielt das Institut eine zentrale Rolle für die politischen Entscheidungsträger und bietet eine Orientierung für Gesellschaft und Wirtschaft.

 

Das RKI ist eine Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten und untersteht direkt dem Bundesministerium für Gesundheit. Wie kommt eine solch wichtige Institution in den Wedding?
Gegründet wurde das RKI 1891am Nordufer als Königlich Preußisches Institut für Infektionskrankheiten. Das historische Gebäude am Nordufer ist heute immer noch der Hauptsitz des Instituts. Schon länger wurde eine eigene Einrichtung zur Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten erwogen, denn im 19. Jahrhundert brachen immer wieder Seuchen und Epidemien mit verheerenden Folgen aus. Kurz nach der Gründung hat z.B. die Hamburger Bevölkerung die letzte große Cholera-Epidemie in Deutschland mit über 8.000 Toten erlitten.
Zum ersten Leiter des Instituts wurde der damals bereits berühmte Arzt und Bakteriologe Robert Koch ernannt und dann auch gleich zur Untersuchung der Cholera-Epidemie nach Hamburg geschickt. Denn auf seinen Forschungsreisen nach Indien und Afrika und seinen Untersuchungen in Berlin machte er eine wichtige Beobachtung: Die Krankheit schien sich besonders in Dörfern mit kleinen Teichen zu verbreiten. Koch beobachtete, dass in diesen Teichen die Wäsche von Cholerakranken gewaschen wurde, in ihnen aber auch gleichzeitig gebadet und ihnen Trinkwasser entnommen wurde. Am Rand der Teiche befanden sich Latrinen. Daraus schloss Koch, dass Cholera-Erreger mit dem Wasser übertragen werden. Eine Erkenntnis, die letztlich in Berlin und anderswo zur Kanalisation für Abwässer führte, um die Cholera erfolgreich zu bekämpfen (siehe auch StattReisen im Film). Allerdings war der Übertragungsweg im angelsächsischen Raum schon länger bekannt, wurde aber in Deutschland nicht sonderlich ernst genommen. Auch die Entdeckung des Cholera-Erregers wird fälschlicherweise Robert Koch zugeschrieben. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Filippo Pacini die Bakterien beschrieben.
Die Cholera, Leitkrankheit des 19. Jahrhunderts, da sechs Pandemien über Europa hinwegzogen, wurde zunächst als „asiatischer Schmutz“ abgetan und könne im aufgeklärten Europa nichts anrichten, so die damalige Auffassung. Die folgenden Reaktionsmuster und Theorien über die Ansteckung weisen teilweise eine verblüffende Ähnlichkeit mit der aktuellen Corona-Pandemie auf. In der Tat breitete sich die Cholera zunächst auf dem indischen Subkontinent aus und sprang dann über den sich intensivierenden Handel, durch Kriege und Migration auf Europa über. Die erste Cholera-Epidemie in Berlin brach 1831 aus, besonders in den Wohngegenden der ärmeren Bevölkerung.

Robert Koch gehört sicher zu Recht zu den renommierten Persönlichkeiten bei der Erforschung von Infektionskrankheiten und Epidemien. Milzbrand, Wundbrand, Tuberkulose oder Malaria: Immer konnte Koch wichtige Erkenntnisse beitragen und hat die bakteriologische Technik revolutioniert. Ob es die Übertragbarkeit der Erreger von Tieren auf Menschen war oder dass Infizierte nicht notwendigerweise erkranken, aber andere anstecken können: Robert Kochs Fragen und Entdeckungen erscheinen uns im Zusammenhang mit der Forschung über COVID-19 erstaunlich aktuell.
Allerdings hatte Robert Koch nicht bei allem eine glückliche Hand und schoss über das Ziel hinaus, etwa als er das von ihm entwickelte Tuberkulin als heilbringendes Medikament gegen Tuberkulose propagierte. Als die ersten Patienten daran starben, sank vorläufig das Renommée des Wissenschaftlers. Auch die Methoden, um Infektionskrankheiten auslöschen zu wollen, waren fragwürdig. Denn Zwangsmaßnahmen (Typhus) und Arzneimitteltests an Menschen in Afrika gehörten durchaus zu Kochs Repertoire zur Seuchenbekämpfung.
Auch das Preußische Institut für Infektionskrankheiten, das seit 1912 den Zusatz Robert Koch im Namen führt, hat seine dunklen Kapitel. In der Nazizeit erfolgte die Entlassung sämtlicher jüdischer Wissenschaftler und das Institut wurde von der Rassenideologie der Nazis durchdrungen. Viele Wissenschaftler des RKI führten damals Menschenversuche vor allem in Konzentrationslagern durch, an denen zahlreiche Gefangene starben.

Heute befinden sich im Hauptgebäude des RKI ein Museum zu Ehren und ein in Marmor ausgekleidetes Mausoleum für Robert Kochs, der 1910 verstarb. In einer Urne befinden sich seine sterblichen Überreste. Koch war ein entschiedener Befürworter der Feuerbestattung, für ihn der einzig hygienisch vertretbaren Beseitigung der irdischen Hülle.
Mehr zum Robert-Koch-Institut und seinem medizingeschichtlichen Umfeld auf unserem Rundgang
Der medizinische Wedding
Nächster öffentlicher Termin: unmittelbar nach der Corona-Pandemie

Kommentare (1)

  1. Reuschel am 24.05.2020
    Wie und wann kann man diese Tour buchen? Mit freundlichen Grüßen B.Reuschel

Neuen Kommentar schreiben