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StattReisen-Card  
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Die Halle in Weißensee  
Die Halle in Weißensee Mein erstes Mal Techno Es war einmal. Vermutlich Ende 1991. Techno war noch blutjung und kaum bekannt. Damals teils auch „Tekkno“ geschrieben. Ich lebte bereits in Berlin, wusste aber noch nicht, wie diese neue Musik klingt. Eine Freundin hörte von einer Party. Wir wollten hin. „Die Halle“ sollte der Ort heißen. In Weißensee. An der Industriebahn 12. Berlin spielte bei der Entwicklung von Techno eine nicht unerhebliche Rolle. Der Mauerfall hatte gerade im Osten der Stadt und entlang des Mauerstreifens riesige Areale geschaffen, die ihre Nutzungen verloren hatten. Eigentums-Verhältnisse ungeklärt. Optimal für spontane Nutzung als Party-Ort. Schon die Straßenbahnfahrt nach Weißensee war ein Abenteuer – für uns, die wir noch nie in Weißensee waren. Irgendwann waren wir da: Endhaltestelle Pasedagplatz. Ein kleines, aber unübersichtliches, abgenutztes – teils brachliegendes – Industrieareal. Wir irrten umher auf der Suche nach unserer Halle. Diese abgerockten Bauten fanden wir beiden Wessis cool. Irgendwann fanden wir eine Halle, aus der metallischer dröhnender Lärm drang. Ist das wohl Tekkno? Wir stellten uns an, zahlten Eintritt. Und dann waren wir drin – in einer anderen Welt. So etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt. Eine neue Musik mit unglaublicher Intensität. Ja, solcher Lautstärke, solchen brutalen schnellen Beats hatte ich mich noch nie ausgesetzt. Sprechen war nahezu sinnlos – nur Schreien konnte man gerade so wahrnehmen – mit 20 cm Abstand. Alles bebte. Bedrohlich. Und auch das Sehen funktionierte nur eingeschränkt. Überall dichter Nebel. Stroboskop-Blitze zuckten im Sekundentakt durch den Nebel. Ich konnte die Gesichter nicht erkennen, wenn sie mehr als einen Meter entfernt waren. Die Menge verschwamm zu einem zuckenden Brei. Brutal! Kann man das aushalten? Diese peitschenden oder hämmernden Beats? Kann man diese Lautstärke überleben? Wird die vibrierende Stahlbetonkonstruktion dem gewachsen sein? Ein bisschen Angst habe ich schon gehabt. Aber ich lasse mich damals ein. Alle tanzen ekstatisch. Auch ich beginne zu tanzen. Am Anfang noch bewusst. Aber immer mehr ergreift mich der Rhythmus. Spätestens nach 30 Minuten passiert etwas, was ich so vermutlich vorher noch nie erlebt habe. Ich merke, dass sich etwas in mir verändert. Ich spüre tatsächlich, wie wohl Endorphin ausgeschüttet wird. Plötzlich geht das Tanzen wie von selbst. Ich nehme immer mehr die weicheren Seiten der Musik wahr. Klangexperimente, sphärische Klangflächen, ungewohnte Maschinenklänge, zarte Melodie-Schnipsel. Eine Entdeckungsreise in neue Klangwelten beginnt. Es ergreift mich. Es ergreift meinen Körper. Ich fühle mich glücklich. Ich bin im Rausch – und das ganz ohne Drogen. Ich bin einer der wenigen, die nie Ecstasy nahmen. Aber der Endorphin-Rausch ist großartig. Ich spüre, dass die Menschen um mich herum ähnliches erleben. Manche mit Ecstasy, andere ohne. Ich tanze allein. Ich spüre aber das Gefühl einer starken Gemeinschaft. Irgendwann nach Stunden ist der Körper erschöpft. Auch der Freundin geht es so. Wir treten beseelt die Rückreise an. Das Glücksgefühl dieses ersten Tekkno-Erlebnisses hält noch lange an. Noch heute erfreue ich mich an dieser Erinnerung. Es sollten noch viele schöne Techno- und Electro-Nächte folgen. Die Halle Weißensee ist inzwischen schick saniert und heißt Motorwerk. „Tekknozid“ findet dort schon lange nicht mehr statt, aber die Erinnerung bleibt mit diesem Ort verknüpft. Sören Hühnlein, 2023  
Alter St.-Matthäus-Kirchhof  
Das einzigartige Berliner Friedhofscafé Auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Wer es nicht kennt, wird überrascht und vielleicht sogar ein wenig irritiert sein: das Café „finovo“. Nach Durchschreiten der aus dem frühen 20. Jahrhundert stammenden Toranlage zum Friedhof von der Großgörschenstraße am S-Bhf. Yorkstraße aus liegt es gleich linker Hand, mit dem Blumenladen „Roter Mohn“ gekoppelt, die beide seit 2006 bestehen. Interessierte FriedhofsbesucherInnen, die zu Grabstellen und -anlagen bekannter Persönlichkeiten pilgern wollen, werden es mit Wohlwollen registrieren, das hier im Café eine Pause eingelegt werden kann, ob gleich oder später, je nach Bedarf. Besonders lecker sind die selbstgebackenen Blechkuchen und Torten – mit Blick auf die Millionenmetropole Berlin gibt es leider herzlich wenig guten Kuchen und schon deshalb sei allen leidenschaftlichen Fans dieser Art Backwaren das „finovo“ empfohlen. Bernd Boßmann ist der Erfinder des einzigartigen Cafés auf einem Friedhof in Deutschland. Mancheine und -einer wird ihn als Schauspieler aus Filmen oder vom Thaeter und vor allem als Schwulenaktivisten kennen. Zugleich ist Bernd Mitgründer und Mitglied des ebenfalls noch 2006 geschaffenen „EFEU e.V.“, der sich um die Pflege und Sanierung der historischen Grabstätten kümmert. Ein besonder Aspekt sind die Grabpatenschaften, um viele der historischen Anlagen zu erhalten. Außerdem initiierte er den „Garten der Sternenkinder“, der mittlerweile schon aus drei Feldern besteht, und eine besondere Ruhe- und Gedenkstätte für still- oder fehlgeborene Kinder darstellt, wo Eltern einen eigenen Platz für ihr „Sternenkind“ sowie einen Ort der Trauer finden können. Viele Lesben und Schwule sind hier auf dem Schöneberger Friedhof beerdigt worden, was ja auch zur Tradition des benachbarten Homosexuellenviertels um den Nollendorfplatz passt, u.a. Ovo Maltine und Napoleon Seyfahrt. Ein großes Gemeinschaftsgrab gibt es an der Grabanlage Streichenberg durch den Denk mal positHIV e.V. Und übrigens: zu den hier beerdigten Persönlichkeiten zählen u.a. der Milchversorger Carl Bolle, der preußische Finanzminister Otto von Camphausen, die Pazifistin und Frauenrechtlerin Minna Cauer, der Pädagoge Adolph Diesterweg, die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm, die Brüder Grimm, die Bankierfamilie Hansemann, der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft Adolf von Harnack, der Bankier und Minister August von der Heydt, der Architekt Alfred Messel, der Eisenbahnkönig Strousberg, Rudolf Virchow sowie seit 2011 Rio Reiser. Ralph Hoppe  
Kapelle der Versöhnung  
Kapelle der Versöhnung Mitten im ehemaligen Mauerstreifen, mitten in der Gedenklandschaft an der Bernauer Straße steht eine kleine Kapelle. Schlicht und puristisch. Die Kapelle der Versöhnung. Schon der Name klingt in meinen Ohren wie eine Verheißung: Kapelle der Versöhnung. Versöhnung ist etwas großartiges. Ich sehne mich nach Versöhnung. Seit 2011 / 12 erfasste mich eine vorher nicht gekannte Sehnsucht nach Gott. Gibt es ihn? Mich fasziniert die christliche Botschaft. Versöhnung ist dabei für mich eines der wundervollsten Elemente dieser Botschaft. Versöhnung kann man nicht machen und nicht erzwingen. Versöhnung ist ein Geschenk. Sie kann keimen und wachsen. Ich denke an die KZ-Überlebende Corrie ten Boom und ihre große Leidenschaft für Vergebung und Versöhnung. Corrie und Betsie ten Boom, Schwestern, überzeugte Christinnen und Judenfreundinnen verstecken in der NS-Zeit Juden. Die Schwestern landen im KZ Ravensbrück. In der Atmosphäre von Hass, Verachtung, Härte und Gewalt wächst die Überzeugung, dass nur Liebe, Vergebung und Versöhnung Wunden und Verrohung langsam heilen kann. Betsie überlebt Ravensbrück nicht, Corrie wird entlassen. Sie wird zur leidenschaftlichen Botschafterin für Versöhnung und einen Gott, der Liebe ist. Sie reist um die ganze Erde, um von Ihren Erfahrungen zu erzählen. Ihre Geschichte beflügelt mich immer wieder. Ja, Versöhnung brauchen wir. Im privaten Umfeld. Zwischen verfeindeten Lagern der Gesellschaft. Zwischen kriegsführenden Staaten. Möge die Kapelle der Versöhnung ein Ort sein, wo Versöhnung gelingt. Ein Ort der Versöhnung - ausgerechnet hier, wo einst über 40 Jahre zwei Systeme unversöhnlich aufeinanderstießen. Zufälliger Weise stand genau hier - lange vor dem Mauerbau - schon seit wilhelminischer Zeit eine imposante Kirche mit hohem Turm. Ihr Name: Versöhnungskirche. Ausgerechnet hier der Name Versöhnung. Später stand und störte sie im Mauerstreifen. Die Bilder ihrer Sprengung 1985 gingen um die Welt. Heute steht hier ein ganz anderer Kirchbau. Ohne dominanten Turm. Ohne auftrumpfende Geste. Ohne Pracht und Reichtum. Ein bescheidenes elliptisches Objekt, minimalistisch, frei stehend im Raum. Innen ein karger, bergender und weitgehend leerer Raum, von einer ovalen massiven Lehmwand umfasst. Außenrum ein zweiter elliptischer Ring aus Holzlamellen, die wie ein leichter halbdurchsichtiger Schleier die Grenze zwischen Innen und Außen zwar markieren, aber doch durchlässig lassen. Zwischen beiden Hüllen verläuft ein Wandelgang, eine Art Kreuzgang. Separat der Glockenstuhl. Alles ist schlicht. Alles ist pures Material. Purer Lehm, pures Holz. Eine Kirche für unsere Zeit. So wünsche ich mir Kirche heute. Ich wünsche mir eine Kirche ohne Macht, dafür mit Leidenschaft für die Sache, für alle Menschen und vor allem für ihren Gott. Den Gott der Liebe und Versöhnung. Sören Hühnlein, 2024  
[StattReisen Berlin Tour] Erich Kästner – zu seinem 125. Geburtstag  
Erich Kästner – zu seinem 125. Geburtstag Viele von seinen Geschichten spielen in Berlin, wo er von 1927-1945 lebte und mit wachem Blick die radikalen Veränderungen der damaligen Zeit beobachtete. Am 23. Februar wäre Erich Kästner 125 Jahre alt geworden. Wir feiern seinen Geburtstag ausgiebig mit einem großen Wochenendprogramm (23.-25. Februar):Es beginnt am Freitag mit einer Lesung mit Texten Kästners zu Berlin.Am Sonnabend führen wir Sie durch Kästners Berlin: „Mit solchen Straßen bin ich gut bekannt“. Dazu der Kinderklassiker Emils neue Detektive. Zum Abschluss spazieren wir zum oberen Ende des Kurfürstendamms, wo Kästner 15 Jahre wohnte, umgeben von Kino, Theater, Kabarett saß er im Café Leon und spielte nebenan Tennis. Tauchen Sie mit uns ein in Kästners Welt. 23. Februar19 Uhr Lesung mit Texten von Erich Kästner: „Unterm Brennglas ist es heiß“24. Februar11 Uhr Kindertour Emils neue Detektive14 Uhr „Mit solchen Straßen bin ich gut bekannt“ – Erich Kästner in Berlin25. Februar14 Uhr Am Ende des Kurfürstendamm. Unbekanntes über Kästner  
Stadtführungen  
Über 80 verschiedene Stadtführungen durch Berlin zu Leben, Geschichte, Stadtentwicklung und Literatur.  
Exit Berlin – an den Toren zur Stadt  
Exit Berlin – an den Toren zur Stadt Meist sind es nur Namen, die an die 18 Stadttore erinnern, die einst wie Perlen einer Kette, den Verlauf der Akzisemauer unterbrachen. Nicht jeder Mensch kam hier rein in die Stadt und auch nicht jeder raus. Nach dem Abriss der Mauer im 19. Jahrhundert haben sich die Standorte der Stadttore ganz unterschiedlich entwickelt. Was waren ihre Besonderheiten und was ist heute dort los? Wir beginnen am Neuen Tor im Norden und wandern das Jahr über von Tor zu Tor. Wir beschließen die Runde am einzigen erhaltenen Stadttor, dem Brandenburger Tor. Buchung / Anfrage  
Die Straßen von Berlin  
 Buchung / Anfrage Die Straßen von Berlin Es gibt Straßen, die ziehen uns magisch an. Verschiedene Zeitschichten und Ereignisse überlagern sich, gestern und heute verbinden sich in einer spannungsvollen Beziehung, die Patina gibt der Straße ihr besonderes Flair. Lassen auch Sie sich davon einfangen und erleben Sie unsere neue Folge:  

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StattReisen Berlin

Liebenwalder Straße 35a
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Tel. (030) 455 30 28
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Mo-Fr 10-16 Uhr

 

 

Stadtspaziergänge in Berlin

Wir bewegen Menschen – Berlin zu Fuß

Entdecken Sie mit uns Berlin, wie es wirklich ist. Wir führen Sie auf unseren Stadtspaziergängen, Fahrradtouren und Stadtrallyes zu unbekannten Orten und betrachten mit Ihnen bekannte Sehenswürdigkeiten aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Sie erfahren Wissenswertes über Geschichte und Alltag aus erster Hand. Wir sind vorzugsweise zu Fuß unterwegs und erleben hautnah, was in der Stadt los ist und thematisieren es. Unsere Stadtführer/innen sind Expert/innen dieser Stadt und kommen mit Ihnen gern ins Gespräch.

Mit StattReisen durch den Winter

In unserem Winterprogramm erwarten Sie literarische Reminiszensen zu Erich Kästners 125. Geburtstag, viele Erinnerungen an denkwürdige Ereignisse und Persönlichkeiten und eine neue Reihe: „Exit Berlin – an den Toren zur Stadt“. [> zur Einführung ins Winterprogramm]
> Programmübersicht

 

Plädoyer gegen Antisemitismus

Für eine offene Stadt!

Wo immer wir in der Stadt eintauchen, begegnen wir jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Es sind bei weitem nicht nur Schule, Friedhof und Neue Synagoge auf den „Wegen in das jüdische Berlin" oder Inschriften im ehemaligen Scheunenviertel. Wir begegnen Heinrich Heine, Moses Mendelssohn und seinen Nachfahren, den Salondamen Rahel Varnhagen oder Henriette Hertz, Schriftstellern, Verlegern und Politikern im Grunewald, einem sozial engagierten Hausbesitzer in Gesundbrunnen, russischen Zuwanderern in "Charlottengrad", einem Kaufmann in Lichterfelde oder einer illustren Bildungsgesellschaft im Bayerischen Viertel. Einen Teil dieser Spaziergänge bieten wir auch in der Woche "The Sound of Dialogue - Gemeinsam Zukunft bauen" der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit vom 3.-10. März an.
Jüdisches Leben ist Teil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit und Ausdruck von Vielfalt unterschiedlicher Lebenswelten. Antisemitismus und Hass sind Gift für eine offene Gesellschaft.

 

Klassenfahrt nach Berlin

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Sie planen für das kommende Jahr eine Klassenfahrt und benötigen noch eine Stadtführung? Sie planen für das laufende Jahr eine Klassenfahrt und suchen eine Unterkunft? Wir machen Ihnen das passende Angebot.

 Klassenfahrten nach Berlin
 Stadterkundungen für Schulklassen

 

Erich Kästner – zu seinem 125. Geburtstag

Viele von seinen Geschichten spielen in Berlin, wo er von 1927-1945 lebte und mit wachem Blick die radikalen Veränderungen der damaligen Zeit beobachtete. Wir haben Kästners 125 Geburtstag ausgiebig mit einem Wochenendprogramm gefeiert. Es kam so gut an, dass wir überlegen, es zu seinem 50. Todestag Ende Juli zu wiederholen ... [=> mehr]

 

Ganz Berlin!

Die StattReisen-Card

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Das Schöne daran: Sie ist ein ganzes Jahr lang gültig. Mehr Berlin geht nicht!
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Für eine offene und nachhaltige Stadt

Die StattReisen-Philosophie

Die sich in der jüngsten Zeit überlagernden Krisen haben grundlegende Veränderungen in unserem Alltag noch deutlicher sichtbar werden lassen, besonders in einer Großstadt wie Berlin. Sie haben zum Teil zerstörerisches Potenzial und bedrohen die Lebensqualität, Lebendigkeit, Vielfalt und Ökologie. ...

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