Der Stadtrundgang „Weltstadt Kreuzberg: Von Zuwanderern zu Einheimischen“ nimmt die Jugendlichen mit in eine Welt, die irritiert und zu Diskussionen über verschiedene Lebensformen und Anderssein anregt. Es ist ein eindrucksvolles und lehrreiches Kontrastprogramm zu Brandenburger Tor, Bundestag, Gedenkstätten und Ku‘damm.
Graffiti am Anfang der Tour: „Kinder sind unsere Zukunft“ steht über dem zweigeteilten Wandgemälde, das einerseits Gewalt und Drogen und andererseits ein harmonisches Miteinander thematisiert. Wie sieht die Wirklichkeit in dem kinderreichen und dicht besiedelten Stadtteil aus? Dass man hier trotz vieler sozialer Probleme gelernt hat, sich mit Respekt zu begegnen und einen lebenswerten Stadtteil zu entwickeln, hat mit einem massiven Konflikt Anfang der 80er Jahre zu tun: Eine auffällige Baulücke markiert das Ende der im großen Stil geplanten Kahlschlagsanierung und die Rettung alter Häuser und sozialer Strukturen durch Hausbesetzer und ihre Befürworter. Hier entwickelte sich am Rande der Berliner Mauer eine experimentelle Nische, die bis heute fortwirkt: die behutsame Stadtsanierung wurde zum Modell.
Nicht weit entfernt die nächste Baulücke mit einem polizeilich bewachten Gebäude daneben: Hier steht eine Synagoge, dessen Hauptgebäude von den Nazis in der Reichspogromnacht in Brand gesteckt wurde. Hier ist es vor allem seit den 90er Jahren wieder sehr lebendig geworden, als russische Zuwanderer nach Berlin kamen, darunter viele Juden. Gleich um die Ecke die pulsierende Kottbusser Straße: Ein Teppichhändler neben einem Gemüseladen, ein Reisebüro neben einem Geschäft, das Festtagskleidung für Beschneidungsfeiern anbietet – es entsteht der Eindruck, als sei hier alles in türkischer Hand, zumindest das Geschäftsleben.
Wieder ein paar Straßenzüge weiter die Oranienstraße, die Hauptschlagader des Stadtteils. Das bunte wirre Bild scheint durch ein schickes Hotel gestört zu sein, das hier nicht so recht hinpasst. Gelegentlich sieht man an der Fassade die Reste von Farbbeuteln. Bei weitem nicht alle Kreuzberger befürworten die neue Herberge. Sie befürchten ein Fortschreiten der Verdrängung der Menschen, die hier schon lange wohnen oder Geschäfte betreiben und sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können. „Gentrifizierung“ ist in aller Munde und stellt das Modell Kreuzberg in Frage …
Dieser Stadtrundgang bietet gute und anschauliche Anknüpfungspunkte für den Schulunterricht in den Fächern mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Im Anschluss empfehlen wir den Schulklassen, diesen Teil Berlins weiter auf eigene Faust zu entdecken und das vielfältige und günstige kulinarische Angebot für die Mittagspause oder das Abendessen zu nutzen. Und möglicherweise kehren manche Schüler*innen mit einem außergewöhnlichen Shoppingerlebnis zurück.
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