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Zwischen Lublin und Zamość

„Wo einst die Schtetl waren“



Polen

Mit Stationen u.a. in Krakau, Tarnów, Łańcut, Leżajsk, Sieniawa, Bełżec, Zamość, Izbica, Lublin, Majdanek, Kazimierz Dolny, Warschau

Zamość: Das Rathaus am Marktplatz. Foto: Travel ProjektPolen bezeichneten die Juden einst als ihr Paradies, weil es hier über Jahrhunderte kaum Pogrome gab, weil sie hier Zuflucht vor Verfolgung fanden und eine weitreichende Autonomie genossen. Im heutigen Südostpolen lebten Katholiken, Juden, Unierte und Orthodoxe meist friedlich mit- oder nebeneinander. In vielen Städtchen und Dörfern war über die Hälfte der Bevölkerung jüdisch, manche Ortschaften wurden fast ausschließlich von Juden bewohnt. Diese Schtetl wurden von den Gebrüdern Singer, von Jizchak Lejb Perez und anderen in ihren Romanen und Erzählungen beschrieben. Hier sammelten sich die chassidischen Anhänger der Zaddikim. Hier ging große Gelehrsamkeit mit bedrückender sozialer Not einher.

Zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nazis die Juden dieses Gebietes in den Vernichtungslagern Bełżec und Majdanek. Einige Schtetl wurden zu Durchgangsghettos für deportierte Juden aus Westeuropa. Auf den zweiten Blick finden sich noch Spuren der vernichteten Welt: jüdische Friedhöfe, ehemalige Synagogen, Wohnhäuser, Schulen, Bäder.

Polnische und jüdische Geschichte

Auch für die nichtjüdische polnische Geschichte und Kultur ist diese Region wichtig. So wurde Lublin wegen seiner weltberühmten Jeschiwah das „jüdische Oxford“ genannt. Es war auch der Ort, an dem 1569 die polnisch-litauische Union geschlossen wurde, die die Adelsrepublik zum größten Staat Europas machte. Die berühmtesten polnischen Familien errichteten hier Renaissance-Paläste. Zamość war ein Zentrum der jüdischen Aufklärung, der Haskala, und gleichzeitig eine ideale Renaissancestadt, die den Beinamen „Padua des Nordens“ erhielt.

Ländliches Leben und Großstadt

Lublin hat sich mit seinen 350.000 Einwohnern zum wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum östlich der Weichsel entwickelt. Die Region ist bis heute überwiegend ländlich geprägt. Mit Pferdepflügen werden die kleinen Felder bearbeitet, an manchen Orten scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Einen Kontrapunkt zur ländlichen Schtetl-Kultur bildet die Großstadt Warschau, wo auf dem Gelände des ehemaligen Ghettos Mauerfragmente, eine Synagoge, der zweitgrößte jüdische Friedhof Europas und zahlreiche Denkmäler an die Auslöschung der einst größten jüdischen Gemeinde Europas erinnern.

Voraussichtlicher Programmablauf

1. Tag   Anreise

  • Bahnfahrt Berlin - Krakau

2. Tag   Krakau, Tarnów, Rzeszów

  • Führung durch das ehemalige jüdische Viertel von Krakau, Kazimierz
  • Busfahrt nach Tarnów
  • Stadtspaziergang in Tarnów: Altstadt, ehemalige Mikwa, jüdischer Friedhof
  • Weiterfahrt per Bus nach Rzeszów
  • In Rzeszów: Vortrag zur Geschichte der Juden in Polen

3. Tag   Mit Zwischenstopps nach Zamość

  • Łańcut: Magnatenresidenz des Grafen Potocki und ehemalige Synagoge
  • Leżajsk: Grab des Zaddiks Elimelech, Bernhardinerkloster, Basilika
  • Sieniawa: Jüdischer Friedhof mit Zaddik-Ohel
  • Bełżec: Gedenkstätte des ehemal. Vernichtungslagers
  • Weiterfahrt nach Zamość
  • Film: „Der Dibbuk“

4. Tag   Zamość und Umgebung

  • Zamość: Altstadt, Zamoyskiresidenz, Thomas-Kirche, ehemalige Synagoge, ehemalige Mikwa, Geburtshaus Rosa Luxemburgs u.a.
  • Zeit zur freien Verfügung
  • Bruderpaares Griner/PawłowskiHalbtagestour „Durch die Schtetl“: Izbica: Teilweise erhaltener jüdischer Friedhof, Denkmal/Grabstätte des jüdisch-katholischen
  • Piaski: Gespräch mit einem Lokalhistoriker über das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in der Zwischenkriegszeit
  • Weiterfahrt nach Lublin

5. Tag   Lublin und die Schtetel

  • Stadtspaziergang durch Lublin: Zentrum, Altstadt, Schloss, jüdischer Friedhof, Talmud-Hochschule u.a.
  • Halbtagestour zu den ehemaligen Schtetln 
    - Łęczna: Spätrenaissancesynagoge (heute Museum), ehemalige „jüdische“ Häuser am Marktplatz
    - Kazimierz Dolny: Spaziergang durch den Ortskern

6. Tag   Majdanek 

  • Führung durch die Gedenkstätte Majdanek
  • Zeit zur freien Verfügung

7. Tag   Warschau - jüdische Vergangenheit

  • Busfahrt nach Warschau
  • Führung über den jüdischen Friedhof und das Gelände des ehemaligen Ghettos

8. Tag   Warschau - jüdische Gegenwart 

  • Besuch der Nożyk-Synagoge, Gespräch mit einem Mitglied der Warschauer jüdischen Gemeinde
  • Fahrt mit dem Zug nach Berlin

Das beschriebene Programm ist lediglich ein beispielhafter Vorschlag. Gerne passen wir den Ablauf an Ihre Wünsche an.


Leistungen

Im Reisepreis enthalten sind:
  • Bahnreisen Berlin–Krakau und Warschau–Berlin
  • Reisebustransfers ab Krakau bis Warschau
  • Übernachtungen im Doppelzimmer (Bad/WC) in Mittelklassehotels in Rzeszów (1), Zamość (1), Lublin (3) und Warschau (1)
  • 7 Tage Halbpension (Frühstück im Hotel, Mittag- oder Abendessen in ausgewählten Restaurants)
  • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder
  • Deutschsprachige Reiseleitung
  • Vorbereitungsmaterialien
  • Reisepreissicherungsschein

Teilnehmerzahl: mindestens 1; maximal 25