Eine Reise zu den jüngsten EU-Mitgliedern
Das heutige Rumänien entstand als Staat erst im 19. Jh. durch Zusammenschluss der ehemaligen osmanischen Vasallenfürstentümer Moldau und Walachai. Als Folge des 1. Weltkrieges gewann Rumänien 1918 u.a. die Bukowina, Siebenbürgen und Bessarabien und verdoppelte damit sein Staatsgebiet. Mehr als 30% der Bevölkerung war nun nichtrumänisch. Im Verlauf der 1930er Jahre kam es immer wieder zu Pogromen und terroristischen Anschlägen. Im 2. Weltkrieg war Rumänien zu-nächst mit dem Deutschen Reich verbündet, wechselte aber nach der Besetzung durch die Rote Armee 1944 die Fronten. Nach Kriegsende kamen nun die bis dahin bedeu-tungslosen Kommunisten zur Macht. Kollektivierung der Landwirtschaft, Verstaatlichungen und Deportationen in die Sowjetunion waren die Folge. Unter dem seit 1965 amtierenden Parteichef Nicolae Ceausescus begann eine kurze Periode relativer Freiheit, der Anfang der 1970er Jahre eine neostalinistische Wende folgte. Auf Kosten von Landwirtschaft und Konsumgüterindustrie wurde der Ausbau der Schwerindustrie forciert, Rumäniens wirtschaftlicher und politischer Abstieg begann. Stromsperren, Lebensmittelknappheit und totalitäre Überwachung wurden zum Alltag. In der Hauptstadt Bukarest, einst „Paris des Ostens“ genannt, wurden Baudenkmäler und ganze Straßenzüge abgerissen, um einen riesigen Palast, nach dem Pentagon das zweitgrößte Gebäude der Welt, zu bauen. Diese Politik führte 1989 schließlich zu blutigen Unruhen und zu Ceausescus Exekution. Bukarest ist heute wieder eine moderne, stellenweise auch sehr schöne Metropole mit südlichem Flair. Seit 2007 ist Rumänien Mitglied der EU.
Bulgarien
das u.a. 5 Jahrhunderte zum Osmanischen Reich gehörte, erlebte im 19. Jh. seine so genannte „Nationale Wiedergeburt“, was 1876 zu anti-osmanischen Aufständen führte. Mit russischer Hilfe wurden die Türken besiegt, im Frieden von San Stefano 1878 trat das Osmanische Reich 60% der Balkanhalbinsel an Bulgarien ab. Der Berliner Kongress revidierte diese Ergebnisse zum Teil. Der nördliche und der östliche Teil des Landes wurde in die Fürstentümer Bulgarien und Ostrumelien unterteilt, Mazedonien kam wieder unter osmanische Verwaltung. In Folge dieser Ereignisse flüchtete bis 1882 über eine halbe Mio. Muslime in das Osmanische Reich. Die beiden Fürstentümer wurden unter Fürst Alexander I. (1879-86) vereinigt.
Nach den Balkankriegen (1912) und dem Eintritt in den 1. Weltkrieg (1915) war Bulgarien wirtschaftlich, durch Gebietsverluste auch politisch geschwächt, was schließlich zu -einer „Königsdiktatur“ führte. Im 2. Weltkrieg blieb Bulgarien zunächst neutral, trat jedoch im März 1941 dem Dreimächtepakt bei, woraufhin das Deutsche Reich seine Truppen im Land stationierte. 1944 marschierte die Rote Armee ein. Unter der Führung von Georgi Dimitroff, dem Helden des „Reichtagsbrand-Prozesses“, wurde am 15.9.1946 die VR Bulgarien ausgerufen. Die ersten freien Parlamentswahlen der Nachkriegszeit 1990 gewannen die Sozialisten. Nach einem Regierungswechsel kam es 1995-96 zu Inflation und wirtschaftlichem Zusammenbruch, und damit zu einem drastischen Absinken des Lebensstandards. Seit 2007 ist Bulgarien Mitglied der EU.