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Litauen, Lettland und Estland gehörten im Laufe ihrer wechselhaften Geschichte, die geprägt ist von kultureller und sprachlicher Unterdrückung, unterschiedlichen Staaten an. Die Ostseehauptstädte waren im Mittelalter Teile der Hanse und kulturell beeinflusst vom Deutschen Orden, bis sie in großen territorialen Teilen an das russische Reich fielen. Litauen stand bis auf das Memelgebiet während der polnisch-litauischen Personalunion unter polnischer Hegemonie.
Zwischen den Großmächten
Erst Mitte/Ende des 19. Jh. während der Zeit des „nationalen Erwachens“ gelang eine Emanzipation von der kulturellen und sprachlichen Vorherrschaft der jeweiligen Machthabenden. Im geheimen Zusatzprotokoll des Nichtangriffpaktes zwischen Nazideutschland und der Sowjetunion von 1939 wurden die baltischen Länder der Sowjetunion zugeschlagen und ein Großteil der intellektuellen Elite in die sibirischen GULags deportiert.
In der Folge der deutschen Besetzung 1941 wurde die jüdische Bevölkerung, die vor allem in den Hauptstädten, aber auch in kleinen Schtetln auf dem Land lebte, nahezu vollständig ermordet. Die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einsetzende Russifizierungspolitik, die in allen drei Ländern einher ging mit Repressionen und Deportationen, hinterließen ein tiefes Trauma. 1,7 Millionen Balten bildeten am 23. August 1989 eine Menschenkette durch das Baltikum und begannen die so genannte „Singende Revolution“, die 1991 nach Zerfall der Sowjetunion in die Unabhängigkeit führte.
Die baltischen Staaten heute
Seit Mai 2004 sind die baltischen Länder Mitglieder der EU. Die Heterogenität der baltischen Nationen drückt sich schon in der architektonischen Vielfalt ihrer Hauptstädte aus, deren gut erhaltene Altstädte alle ihren ganz eigenen Reiz haben und sämtlich UNESCO-Welterbe sind.
-> Die baltischen Staaten - ein kurzer geschichtlicher Abriss