Bad Saarow
Erholung von literarischen Scharmützeln - Gorki, Becher und Co.
Ein Tagesausflug zum Schwerpunkt "Poesie am Wasser"
Wegen seines Heilung versprechenden Moors wird Saarow Anfang des 20. Jahrhunderts Kurbad und zugleich Erholungsort für gestresste Berliner und Ruhe suchende Künstler.
Nach den Vorstellungen des Direktors der Berliner Landbank A.G., Herrmann Paschke, wurde 1906 eine Landhaus-Kolonie gegründet. Bis zum Ersten Weltkrieg werden schon zahlreiche Villenanlagen realisiert, genauso ein Moorbadgebäude. Prominentester Besucher in den frühen 1920er Jahren war mit seiner neuen Lebensgefährtin Maria Budberg der russische Dichter Maxim Gorki, der wegen seiner Tuberkulose-Erkrankung deutsche Sanatorien aufsuchte. 1972 wurde eine Maxim-Gorki Gedenkstätte eröffnet. Das Boxidol Max Schmeling lebte nicht nur von 1930-38 im Ort, sondern heiratete 1933 in der kleinen Landhauskolonie Kirche die Schauspielerin Anny Ondra. Er bewohnte mit einigen anderen Prominenten ein Haus Am Dudel.
Am Nordufer des Scharmützelsees existierte nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung ein Sperrgebiet, das von der Roten Armee besetzt war und von Einheimischen nicht betreten werden durfte. Moorbad und Kurpark waren nun für Jahrzehnte Bestandteil eines Sanatoriums der sowjetischen Armee. DDR-Intellektuelle knüpften an die Vorkriegstradition an: Johannes R. Becher zog es bis zu seinem Tod immer wieder nach Bad Saarow - eine Replik seines Berliner Denkmals erinnert am Scharmützelsee an ihn. Der von ihm gegründete Kulturbund hatte hier ein Domizil.
Kaffeetrinken bzw. Essen in einem Bad Saarower Lokal oder Imbiss.
Die Exkursion beschließt eine einstündige Schiffstour über den ca. 11 km langen Scharmützelsee nach Wendisch-Rietz. Von dort Rückfahrt mit der Eisenbahn nach Berlin.
Mögliche Stationen in Bad Saarow
- Am Kurpark/Therme Saarow - Fontane besucht und beschreibt die Gegend
- Spaziergang durch die Landhaussiedlung mit Kirche an der Ulmenstraße (falls offen, kurzer Blick hinein), Moorbadgebäude
- Spaziergang zur Siedlung Am Dudel (Moorstraße), u. a. Wohnhäuser von Max Schmeling und dem Nazi-Bildhauer Thorak
- So gen. „Gorkihaus“, ehemals Gedenkstätte; der russische Dichter in Bad Saarow
- Ehem. Sperrgebiet/sowjetisches Sanatorium und DDR-Erholungsgebiet der „bewaffneten Organe“, Anwesen des Partei- und Staatschefs Erich Honecker
- Denkmal Johannes R. Becher; der Dichter und Kulturfunktionär und der von ihm gegründete Kulturbund in Saarow; Schriftstellerlehrgänge im Ort: literarische Scharmützel
- Erich-Weinert-Platz mit Freilichtbühne
- Abschließend Schiffstour über den Scharmützelsee
Treffpunkt: Nach Absprache, z.B. Berlin Ostbahnhof
Dauer: ganztägig
Für Gruppen zum Wunschtermin buchbar
