„Von der Hungerharke zum Telespargel“ Neu!

Die Lange Nacht der Stadtführung

Mit abschließendem Frühstück auf dem Fernsehturm

Die Lange Nacht der Stadtführung in der Nacht vom 19. zum 20. Juni war ein voller Erfolg. Etwa 35 Teilnehmerinnnen und Teilnehmer waren dabei, 20 von Ihnen hielten durch, bis die Sonne aufging. Im Stadtführungs-Blog finden Sie weitere Fotos von der einmaligen Tour.

Draußen und Drinnen, Lesung und Musik erwarten Sie in der (fast) kürzesten Nacht des Jahres. Einblicke ins Innere des Kreuzbergdenkmals, in Mausoleen des St.-Matthäus-Friedhofs, in Tunnel und Bunker der BVG, Ausblicke von oben auf die nächtliche Metropole u.v.m. bieten uns während der längsten Stadtführung Berlins interessante Berührungen mit bekannten und außergewöhnlichen Orten.

Treffpunkt U-Bhf. Platz der Luftbrücke (U6), Bahnsteig
Dauer 10 Stunden
Termine In der Nacht von Sa., 19. Juni zu So., 20. Juni 2010, von 18.00 bis 4.00 Uhr
Hinweise

Preis: 25,– Euro / ermäßigt 20,– Euro; ab Mitternacht 15,– Euro / ermäßigt 12,– Euro. StattReisen-Card-Inhaber zahlen den ermäßigten Preis.

Sonnenwendfrühstück ab 4.00 Uhr auf dem Fernsehturm: 39,– Euro

Für diese Tour ist ein Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin erforderlich, der nicht im Preis enthalten ist.

Für dieses Angebot ist eine Anmeldung bis Do., 17. Juni erforderlich: info@stattreisenberlin.de oder Tel. (030) 455 30 28. Bitte geben Sie dabei eine Rückruftelefonnummer an sowie, ob Sie an der Stadtführung und/oder dem Frühstück auf dem Fernsehturm teilnehmen möchten.

Dieses einmalige Angebot ist für Gruppen leider nicht buchbar.

Wichtige Orte und Themen (vorauss. Stationen)

Das Luftbrückendenkmal am ehemaligen Flughafen Tempelhof

Das Luftbrückendenkmal am ehemaligen Flughafen TempelhofFoto: Michael Riehe

Platz der Luftbrücke: Der nächtlicher Spaziergang durch Berlin und seine Stadtgeschichte beginnt am helllichten Tag am Platz der Luftbrücke, an einem Ort, wo die Lichter bereits vor fast zwei Jahren ausgegangen sind. Bei Tageslicht ist die Geschichtsträchtigkeit des Ortes unmittelbar erlebbar, während am Abend, wenn die Lichter der Stadt angehen, hier ein Spiel von Licht und Schatten entsteht, das dem Ganzen den Charakter eines verlassenen Ortes mitten im städtischen Leben verleiht.

Kreuzbergdenkmal: Betritt man das Innere des Unterbaus zu später Stunde, sorgt die abendliche Stimmung für das Gefühl, einen geheimen, unterirdischen Ort aufzusuchen. Wenn das Gewölbe und die Bauplastiken zum Vorschein kommen, scheint man, in einer unbekannten Kathedrale zu sein.

St. Matthäus-Friedhof: Der 1856 eingeweihte Kirchhof ist einer der bedeutendsten Prominentenfriedhöfe Berlins mit fast 60 Ehrengräbern. In einige der zahlreichen Mausoleen, deren Innenansichten ansonsten verborgen bleiben, können wir einen Blick werfen. Mit Grabpatenschaften, einem Friedhof der Sternenkinder und dem Friedhofscafé Finovo beschreiten engagierte Leute, Verwaltung und ein Verein hier neue Wege.

Zwischen Ostbahnhof und St. Thomas Kirche: Ausgangspunkt vieler Nachtschwärmer ist Berlins zweitwichtigster Bahnhof: Maria, YAAM, Postbahnhof, Berghain, Radialsystem, Bar 25, O2-World, Tresor sind von hier aus zu Fuß erreichbar. Unser Ziel in dieser Nacht hingegen erhebt sich mächtig jenseits der Spree: die zweitgrößte Kirche Berlin, St. Thomas. Wie ausgreifend die Rundbögen des Baus von 1869 wirken, sieht man in der Nacht besonders eindrucksvoll. Die geradezu mystische Atmosphäre wird für uns unterlegt durch ein kleines exklusives Orgelkonzert des Thomas-Kantors.

Nachtleben in SO36: In einer Sommernacht die Oranienstraße entlangzugehen ist ein bisschen, als würde man durch Kreuzbergs Wohnzimmer laufen. Einheimische und Besucher aus aller Welt sitzen vor den Cafés und Kneipen auf der Straße, trinken Bier oder Tee und unterhalten sich. Der Blumenladen, der Bäcker, das Nussfachgeschäft und das Telefon-Café haben fast die ganze Nacht geöffnet. Die beinahe intime Atmosphäre zieht immer mehr Menschen an. Mittendrin liegt seit über 30 Jahren das SO36, eine Institution des nächtlichen Kulturlebens, fest im Kiez verankert und zugleich über Kreuzberg hinaus bekannt. Zuletzt hatte der Konzert- und Party-Veranstaltungsort u.a. mit Auflagen zur Lärmreduzierung zu kämpfen.

Lesung im Künstlerhaus Bethanien:„Wir traten von der Gartenseite her in das ‚Große Haus' ein und gingen durch die langen Korridore hin auf ein großes Eckzimmer zu, das als Apotheke eingerichtet war und besonders um seiner Höhe willen einen wundervollen, halb mittelalterlichen Eindruck machte.“ (Aus: Theodor Fontane; „Von Zwanzig bis Dreißig – In Bethanien“) So schildert Theodor Fontane in seinem autobiographischen Roman „Von Zwanzig bis Dreißig“ seine erste Begegnung mit dem Bethanien, wo er in den Revolutionsjahren 1848/1849 als Apotheker arbeitete. Wir besuchen die original erhaltene Apotheke aus dem 19. Jahrhundert und lassen uns zu nächtlicher Stunde von Fontane selber zurückführen in die Zeit, als das Bethanien noch ein Diakonissen-Krankenhaus war und der Autor hier nach Mitternacht Übersinnliches erleben konnte.

Zwischen Klosterviertel und Alexanderplatz: Wer täglich durch die Mitte der Metropole eilt, wird schwerlich an das Mittelalter denken. Doch prägten einst Mönche das Stadtbild. Im Klosterviertel gingen später Schadow, Schinkel, Turnvater Jahn oder Bismarck zur Schule. Abseits der vertrauten, zentralen Orte holen wir in dieser Nacht eines der ältesten Viertel Berlins „ans Licht“. Zum Abschluss geht es zum zentralen Platz in der östlichen Innenstadt Berlins. Nach einen russischen Zaren benannt und von (fast) jeder Generation von Stadtplanern umgebaut, bildete der Alexanderplatz einst mit dem Fernsehturm das Herz der sozialistischen Stadt und markiert auch heute noch weithin sichtbar den Ursprungsort der Stadt. Ein perfekter Ort, um den Sonnenaufgang über der Stadt zu genießen.

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